Warum Wachstum erst auf der Schiene entsteht
Die INSM behauptet: Infrastruktur folgt auf Wachstum. Doch die Wirtschaftsgeschichte und Makrokonomie zeigen das Gegenteil. Vom New Deal bis zum Shinkansen entstand produktives Wachstum dort, wo Staaten massiv investierten nicht dort, wo sie auf den Markt warteten.
Man muss der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) zugestehen: Sie hat ein Gespür für ästhetisch ansprechende Provokationen. Das jüngste Sujet ihrer Wachstumskampagne, das auf einem großen Banner im Berliner Hauptbahnhof zu betrachten ist, zeigt drei verformte, zerdrückte Modell-Schnellzüge aus glänzendem Metall – einer davon elegant schwebend, einer bereits beschädigt, einer fast flach gedrückt. Dazu die Botschaft in fetten Lettern: „Kein Wachstum, kein Trävelling. Bahnausbau braucht Wirtschaftswachstum."
Das Bild ist klug. Es spielt mit der Ikonografie des Fortschritts (der Hochgeschwindigkeitszug als Versprechen moderner Mobilität) und kombiniert sie mit der drohenden Deformation – kein Wachstum, keine funktionierende Infrastruktur.
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