Makroskop
Vermögen

Die vermessene Ungleichheit: Warum Deutschland seine Reichen nicht findet

| 05. Mai 2026
IMAGO / Steinach / imagebroker

Deutschland weiß nicht, wie reich seine Reichen sind. Während Haushaltsumfragen die Konzentration am oberen Rand massiv unterschätzen, verhindern fehlende administrative Daten eine faktenbasierte Verteilungsdebatte. 

Das Statistische Bundesamt erfasst die Hühnerbestände in Brandenburg präziser als die Vermögen der reichsten 1.000 Deutschen. Während jede Nachkommastelle der Inflationsrate öffentlich diskutiert wird, bleibt die Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums im Ungefähren.

Die offizielle Bundesbank-Studie Private Haushalte und ihre Finanzen kommt für das Jahr 2023 auf einen Top-10%-Anteil von 54 Prozent. Das Bundeswirtschaftsministerium beziffert den Anteil für denselben Zeitraum auf Basis der Distributional Wealth Accounts der EZB auf 61,2 Prozent. Diese Differenz von über sieben Prozentpunkten entspricht einem Volumen von gut einer Billion Euro. Dass offizielle Publikationen bei der Vermessung desselben Landes im selben Jahr um eine Billion Euro divergieren, markiert das Kernproblem der deutschen Verteilungsanalyse.

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