Makroskop
Rentenniveau

Zahl der Woche

| 25. Juni 2026

Die Rentenkommission hat Vorschläge zum Rentenniveau vorgelegt. Ab 2031 soll die Rente schrittweise sinken.

Die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission empfiehlt, das Rentenniveau von 48 Prozent nur noch bis 2031 zu garantieren. Danach soll die gesetzliche Rente schrittweise sinken. Den Rückgang soll die neu eingeführte Kapitalrente ausgleichen, sodass das Gesamtniveau beim Renteneintritt rechnerisch bei 48 Prozent bleibt.

Doch was bedeuten 48 Prozent überhaupt?

Das Rentenniveau beschreibt nicht die Durchschnittsrente, sondern die Rente eines Standardrentners, der 45 Jahre lang zum Durchschnittslohn Beiträge gezahlt hat. Aktuell entspricht dies rund 1.693 Euro im Monat (nach Sozialabgaben, vor Steuern). Viele Erwerbstätige erreichen diese Standardbiografie jedoch nicht. Die tatsächliche Durchschnittsrente liegt mit rund 1.190 Euro deutlich darunter; selbst Versicherte mit mindestens 35 Beitragsjahren kommen im Schnitt nur auf etwa 1.550 Euro.

Die heute geltende Haltelinie wurde 2018 eingeführt, nachdem das Rentenniveau über Jahrzehnte kontinuierlich gesunken war. Nach den Empfehlungen der Rentenkommission soll diese Garantie jedoch ab 2031 entfallen.

Ein historischer und internationaler Vergleich verdeutlicht die Dimension: 1970 lag das Rentenniveau in Deutschland noch bei 55,2 Prozent. In Österreich, das ebenfalls ein umlagefinanziertes Rentensystem besitzt, liegt die international vergleichbare Rentenersatzquote nach Angaben der Organisation for Economic Cooperation and Development (OECD) bei 87 Prozent, gegenüber 55 Prozent in Deutschland.

Die Debatte um die 48 Prozent ist deshalb weit mehr als eine technische Rechengröße. Sie entscheidet darüber, welchen Anteil des erwirtschafteten Wohlstands die gesetzliche Rente künftig sichern soll.  Das MAKROSKOP-Rentenpaket zeigt, wie durch eine breitere Finanzierungsbasis das Rentenniveau auf 64 Prozent gehoben werden könnte.