Zahl der Woche
Mehrheit hält Vorschläge der Rentenkommission für unausgewogen
Die Reformvorschläge der Rentenkommission stoßen auf breite Skepsis. Nach einer aktuellen Forsa-Umfrage halten 61 Prozent der Befragten die Empfehlungen für nicht geeignet, „eine verlässliche Absicherung im Alter zu gewährleisten, ohne die Beitragszahler zu überfordern“. Lediglich 35 Prozent sehen dieses Ziel als erreicht an.
Die Kommission hatte in der vergangenen Woche vorgeschlagen, das Renteneintrittsalter ab 2032 an die steigende Lebenserwartung zu koppeln und das garantierte Rentenniveau von 48 Prozent nach 2031 schrittweise auslaufen zu lassen. Den Rückgang der gesetzlichen Rente soll künftig eine ergänzende Kapitalrente ausgleichen.
Die Bewertung fällt je nach Parteipräferenz unterschiedlich aus. Unter den Anhängern der Union hält eine Mehrheit von 57 Prozent die Vorschläge für ausgewogen. Bei den Grünen ist das Meinungsbild mit 52 Prozent Zustimmung ebenfalls mehrheitlich positiv. Unter SPD-Anhängern beurteilen 43 Prozent die Reformen als ausgewogen – eine Mehrheit ergibt sich daraus allerdings nicht. Besonders kritisch fallen die Urteile bei den Anhängern der AfD (85 Prozent) und der Linken (71 Prozent) aus, die mehrheitlich der Ansicht sind, die Kommission habe ihr Ziel einer ausgewogenen Reform verfehlt.
Auch wenn einzelne Ergebnisse solcher Umfragen mit Vorsicht zu interpretieren sind, deutet die Erhebung auf ein grundsätzliches Problem hin: Die Rentenkommission wollte einen gesellschaftlichen Kompromiss vorlegen. In der öffentlichen Wahrnehmung ist ihr das bislang offenbar nur begrenzt gelungen.