Zahl der Woche
65 Prozent – Förderung für die Großen
Deutschland investiert Milliarden in Forschung und Entwicklung – verliert im internationalen Innovationsvergleich aber an Dynamik. Eine Auswertung des wirtschaftspolitischen Thinktanks Dezernat Zukunft zeigt nun, warum die staatliche Unternehmensförderung womöglich weniger innovativ wirkt als gedacht.
Zwar stellen Großunternehmen laut Dezernat Zukunft nur neun Prozent der geförderten Firmen, erhalten jedoch 65 Prozent der Fördermittel. Unternehmen, die älter als 20 Jahre sind, bekommen rund 64 Prozent der Gelder, junge Firmen lediglich zehn Prozent.
Dabei entsteht technologischer Fortschritt häufig gerade durch neue Marktteilnehmer. Die Förderpolitik aber stärkt nach Auswertung des Berliner Thinktanks vor allem bestehende Strukturen.
Hinzu kommt: Fast 90 Prozent der direkten Unternehmensförderung fließen in mittlere Entwicklungsphasen. Besonders risikoreiche Frühphasenforschung, bei der staatliche Unterstützung oft am wichtigsten wäre, geht weitgehend leer aus.
Die Zahl 65 Prozent verweist damit auf ein grundlegendes Problem deutscher Innovationspolitik: Viel Geld fließt in Forschung – aber vergleichsweise wenig in neue industrielle Dynamik.