Makroskop
Handel und Binnenmarkt in China

Chinas Transformation: Umbruch, aber kein Zusammenbruch

| 12. Mai 2026
IMAGO / YAY Images

China versucht den größten wirtschaftlichen Umbau seit Deng Xiaoping: weg von Immobilienboom und Exportabhängigkeit, hin zu Innovation, Binnenmarkt und Hightech. Doch die Immobilienkrise, schwache Konsumnachfrage und wachsende soziale Spannungen zeigen, wie schwierig der Übergang ist.

In der wirtschaftlichen Entwicklung Chinas treten seit einigen Jahren zunehmend Widersprüche und strukturelle Probleme zutage. Besonders sichtbar wurden sie im Bau- und Immobiliensektor. Die Fehlentwicklungen dort wurden über lange Zeit nicht rechtzeitig korrigiert und führten zu erheblichen Überkapazitäten – nicht nur im Wohnungsbau selbst, sondern auch in der Stahlproduktion und anderen rohstoffintensiven Industrien. Diese Krise ist jedoch nicht isoliert zu betrachten. Sie verweist auf einen tiefergehenden wirtschaftlichen Transformationsprozess, der China seit etwa 2015 prägt und inzwischen die gesamte Entwicklungsstrategie des Landes verändert.

China befindet sich im Übergang von einem Modell der nachholenden Industrialisierung mit exportorientierter Produktion und hohen westlichen Direktinvestitionen hin zu einer innovationsbasierten Entwicklungsstrategie. Sichtbar wurde dieser Kurswechsel spätestens mit dem Programm „Made in China 2025“, vorbereitet wurde er allerdings bereits nach der globalen Finanzkrise von 2008/09. Damals erkannte die chinesische Führung, wie verwundbar das exportgetriebene Modell der „Werkbank der Welt“ gegenüber externen Nachfrageschocks geworden war. Auf dem 5. Plenum 2010 beschloss die Partei- und Staatsführung deshalb, die Rolle des Binnenmarkts zu stärken und die Konsumquote am BIP zu erhöhen.

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