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Dass Mario Draghi Italiens neuer Premierminister wird, feiern Medien und Politik als großen Coup. Doch warum genau sollte die Inkarnation des Neoliberalismus eine Lösung für das Land sein?
Es kann tatsächlich so scheinen, als ob die Euroländer nun in die Lage versetzt seien, so viel Geld auszugeben, wie sie wollen. Wenn auch nur für den „Moment“.
Mit Kapital und Ideologie hat Thomas Piketty ein Buch vorgelegt, das radikaler und lesenswerter als sein Erstwerk ist. Und doch fehlt letztlich der Mut für eine kohärente politische Strategie.
Die Meinung, dass nationale Souveränität mit rechtsgerichtetem Gedankengut einhergeht, hat bei vielen Linken den Status eines Dogmas und verhindert, das Thema als Antrieb für einen progressiven gesellschaftlichen Wandel zu nutzen.
Das gegenwärtige Wirtschaftssystem versagt dramatisch: Nicht nur, dass Millionen von Menschen unter Arbeitslosigkeit, Armut und sozialer Ausgrenzung leiden. Es zerstört auch den Planeten, von dem unser Überleben abhängt.
Globalisierung und Internationalisierung der Finanzbranche hätten der Ära der Nationalstaaten ein Ende bereitet, hört man allenthalben. Allerdings ist diese These weder so neu, noch so offensichtlich richtig, wie oft behauptet wird.
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