Gazakrieg: Das ökonomische Motiv der Zerstörung
Der israelische Reservedienst macht die Teilnahme am Krieg in Gaza nicht nur wirtschaftlich rentabel, sondern auch sozial respektabel.
Während des Gaza-Kriegs ist in Israel eine neue wirtschaftliche Währung entstanden: der „reserve duty day” (RDD), der die Vergütung für einen Tag Reservedienst ausdrückt. Der RDD ist nicht nur eine Zeiteinheit, sondern eine Form von Kapital, mit dem der Staat die aktive Mitarbeit seiner Bürger an dem Projekt der Zerstörung und Vernichtung im Gazastreifen erkauft.
Der Mechanismus ist einfach: Der Staat zahlt den Dienstleistenden durchschnittlich fast 29.000 Schekel (ca. 7.400 Euro) pro Monat, um "freiwillig" Reservedienst zu leisten. Das ist eine Summe, die mit Löhnen im Hightech-Bereich konkurriert und ein Mehrfaches des gesetzlichen Mindestlohns darstellt. Im Gegenzug erhält der Staat nicht nur eine militärische Arbeitskraft, um seine Politik durchzusetzen, sondern etwas ebenso Wertvolles: Teilhabe, Unterstützung und breite gesellschaftliche Anerkennung des Krieges.
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