Hegemon ohne Hemmungen: Amerikas Machtpolitik und Europas Schweigen
Während Washington immer offener mit Machtpolitik, Drohungen und Grenzverschiebungen operiert, reagieren Europas Eliten zögerlich und ausweichend. Warum das kein Versehen ist – sondern System hat.
Stephen Miller ist kein Freund leiser Töne. „Niemand wird militärisch gegen die Vereinigten Staaten um die Zukunft Grönlands kämpfen“, erklärte Trumps Berater vor wenigen Tagen unverblümt auf CNN – nur Stunden nach der Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch US-Kräfte. Millers martialischer Stil war vertraut. Die Reaktionen aus Europa hingegen wirkten zersplittert, ratlos und in ihrer Aussagekraft entlarvend.
Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen wies die amerikanischen Annexionsansprüche zurück und warnte, ein Angriff der USA auf Grönland käme faktisch dem Ende der Nato gleich. In einer gemeinsamen Erklärung bekräftigten die Regierungschefs von Frankreich, Deutschland, Italien, Polen, Spanien, Großbritannien sowie Grönland selbst zwar ihre Bindung an das transatlantische Bündnis, stellten aber zugleich klar, dass Grönland seinem Volk gehöre und Entscheidungen über die Insel allein Dänemark und Grönland zustünden.
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