{"componentChunkName":"component---src-templates-article-tsx","path":"/wofur-die-schweizer-abstimmung-gut-ist/","result":{"data":{"allDatoCmsArticle":{"edges":[{"node":{"id":"DatoCmsArticle-9475089-de","slug":"wofur-die-schweizer-abstimmung-gut-ist","articleType":"Normal","visibility":"Geschlossen","deactivateAudio":null,"authors":[{"id":"DatoCmsAuthor-5697487-de","slug":"heiner-flassbeck","name":"Heiner Flassbeck","description":"<p><strong>Heiner Flassbeck </strong>ist Mitbegr&uuml;nder von MAKROSKOP.<span> Er war Honorarprofessor an der Universit&auml;t Hamburg, Chef-Volkswirt der UNCTAD und Staatssekret&auml;r im BMF. Seine Hauptarbeitsgebiete sind die Globalisierung, die Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung sowie Geld- und W&auml;hrungstheorie.</span></p>","shortDescription":"<p><strong>Heiner Flassbeck </strong>ist Mitbegr&uuml;nder von MAKROSKOP.<span> Er war Honorarprofessor an der Universit&auml;t Hamburg, Chef-Volkswirt der UNCTAD und Staatssekret&auml;r im BMF. 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Selbst in Berlin sind sie zu spüren. In der Schweiz hatte es von Anfang an massiven Widerstand gegen die Initiative als solche gegeben, und sie wurde unter großem politischen Hickhack sogar um einige Jahre hinausgezögert. Wie immer, wenn das Volk irgendwo seinen in vielen Fällen durchaus gesunden Menschenverstand zum Ausdruck bringen will, finden sich sofort eine Reihe von (auch gesponserten und von Lobbyisten gehegten) Leuten, die mit Scheinexpertentum dagegenhalten, weil sie ahnen, hier könnten Privilegien beschnitten werden. Da ist es dann umso wichtiger, mit Argumenten aufzuwarten, die die Prinzipien des Systems hochzuhalten scheinen, damit die naheliegende Triebfeder, die Verteidigung ungerechtfertigter Pfründe, nicht allzu offensichtlich wird.</p>\n<p style=\"text-align: justify;\">„Die Freiheit“ der Unternehmen, die Gehälter festzulegen, dürfe nicht eingeschränkt werden, sagen viele, man dürfe „nicht einer Planwirtschaft das Wort reden“ (so die SZ heute). Schon wieder zeigt sich: Marktwirtschaft ist, und das gilt vor allem für ihre lautesten Propagandisten, ein vollkommen unverstandenes System. Wer legt denn in einer funktionierenden Marktwirtschaft die Gehälter in „Freiheit“ fest? Die Fiktion ist doch, dass es einen Markt gibt, auf dem im Wettbewerb ein Preis für jede Qualifikation gefunden (nicht festgelegt) wird. Nur, diesen Markt gibt es leider nicht, wie jeder vernünftige Mensch weiß.</p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weder unten noch oben auf der Qualifikationsskala der Arbeitskräfte kann man davon ausgehen, dass jeder den Lohn bekommt, den er für seine Arbeit verdient. Die Unternehmen, die vor allem bei Arbeitslosigkeit zu viel Macht gegenüber den Arbeitnehmern haben, drücken die Löhne ungerechtfertigter Weise, weil sie nicht in ein ausbalanciertes System eingebunden sind, das ihrer „Freiheit“ klare Schranken setzt, so wie das in einer funktionierenden Marktwirtschaft der Fall wäre. Oben gibt es schon gar keinen <a href=\"http://www.flassbeck-economics.de/das-einhorn-unter-den-wirtschaftspolitischen-optionen-die-lohnpolitik/\" target=\"_blank\">Markt</a> und die Manager können sich weitgehend unkontrolliert selbst bedienen, weil auch die Mehrheit der Aktionäre im gleichen Boot sitzt.</p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier liegt übrigens die große Schwäche der Schweizer Initiative, denn die Gehaltsfindung den Aktionären zu überlassen, wird in der Praxis keine große Wirkung haben. Wer die Mehrheit im Aufsichtsrat (oder Verwaltungsrat, wie es in der Schweiz heißt) hält, hat auch die Mehrheit in der Aktionärsversammlung (oder Hauptversammlung) sicher.</p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weil der Markt für Arbeit nicht funktioniert wie der <a href=\"http://www.flassbeck-economics.de/mindestlohn-oder-warum-wir-uns-nicht-wirklich-von-den-alten-argumenten-freimachen-konnen/\" target=\"_blank\">Kartoffelmarkt</a>, kann man nicht auf die Freiheit der Marktkräfte setzen. Das gilt für den Mindestlohn ebenso wie für Managergehälter. Wer von Planwirtschaft faselt oder von der verlorenen Freiheit, ist wieder nur ein Partial-Interessenvertreter, aber keiner, der die Interessen der breiten Masse an Menschen, der Gesellschaft insgesamt im Sinn hat. Die Moral von der Geschicht': Die Gesamtwirtschaft hat so gut wie nie eine hörbare Stimme, weil ihr Funktionieren \"nur\" allen nützt, nicht aber einer hinreichend kleinen Gruppe allein, die sich dank solcher Ausschließlichkeit zu ihrem Sponsor berufen fühlen würde.</p>\n"}]}}]},"allDatoCmsEdition":{"edges":[]},"allDatoCmsSpotlight":{"edges":[]}},"pageContext":{"id":"DatoCmsArticle-9475089-de","edition":"","spotlight":""}},"staticQueryHashes":["1132069882","1534434256","1810303247","2076357383","2564995746","3939919066","4078341254","826177454"]}