{"componentChunkName":"component---src-templates-article-tsx","path":"/wie-wir-die-welt-retten-und-alle-krisen-zugleich-losen/","result":{"data":{"allDatoCmsArticle":{"edges":[{"node":{"id":"DatoCmsArticle-9474587-de","slug":"wie-wir-die-welt-retten-und-alle-krisen-zugleich-losen","articleType":"Normal","visibility":"Geschlossen","deactivateAudio":null,"authors":[{"id":"DatoCmsAuthor-5697487-de","slug":"heiner-flassbeck","name":"Heiner Flassbeck","description":"<p><strong>Heiner Flassbeck </strong>ist Mitbegr&uuml;nder von MAKROSKOP.<span> Er war Honorarprofessor an der Universit&auml;t Hamburg, Chef-Volkswirt der UNCTAD und Staatssekret&auml;r im BMF. Seine Hauptarbeitsgebiete sind die Globalisierung, die Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung sowie Geld- und W&auml;hrungstheorie.</span></p>","shortDescription":"<p><strong>Heiner Flassbeck </strong>ist Mitbegr&uuml;nder von MAKROSKOP.<span> Er war Honorarprofessor an der Universit&auml;t Hamburg, Chef-Volkswirt der UNCTAD und Staatssekret&auml;r im BMF. 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Das sei doch genau das, argumentieren sie, was die Welt brauche. Weg von der Konsumgesellschaft hin zu einer Gesellschaft, die sich zunächst mit dem zufrieden gibt, was sie hat und dann allmählich den Weg findet zu einer Lebensweise, die mit den begrenzten Ressourcen auf dieser Erde vernünftig umgeht. Die Krise und die Arbeitslosigkeit werden sozusagen als Weckruf verstanden, die alten Konsummuster vollständig zu überwinden.</p>\n<p>Wir können doch nicht im Ernst, so geht die Argumentation etwa, jetzt zur Lösung der Krise über Wachstum nachdenken, wo wir doch genau wissen, dass wir in Zukunft nicht mehr wachsen dürfen. Also nehmen wir die Gelegenheit doch beim Schopfe und steigen genau jetzt um in ein ökologisch verträgliches Wirtschaften. Bei dem Teil der Diskutanten, die keine Ökonomen sind und sich damit auch nicht beschäftigen wollen, kann man richtig spüren, wie sie sich innerlich zurücklehnen und sich gegenseitig auf die Schulter klopfen, weil diese Argumentation sie von vorneherein der lästigen Aufgabe enthebt, über die komischen technischen Probleme nachzudenken, mit denen sich diese Ökonomen herumschlagen.</p>\n<p>Dass es Massenarbeitslosigkeit gibt, weil die europäische Wirtschaft nicht mehr wächst und es noch mehr davon geben könnte, wenn sie auf Dauer still steht, wird gerade noch so zur Kenntnis genommen. Denn was ist im Grunde schon ein wenig Arbeitslosigkeit, wenn wir die Welt retten müssen? Außerdem kommt dann sofort das Geheimrezept, mit dem die Linke beide Probleme zugleich und superelegant löst: Arbeitszeitverkürzung. Wenn wir erst alle nur noch 15 Stunden pro Woche arbeiten, ist unser ökologischer Fußabdruck doch erheblich kleiner: Wir beackern alle unseren eigenen Garten und, wer keinen Garten hat, engagiert sich freiwillig und ehrenamtlich bei seiner Gemeinde. Ein bedingungsloses Grundeinkommen, dessen Finanzierung wir den Ökonomen überlassen, macht das alles möglich.</p>\n<p>Ich habe darauf sinngemäß gesagt, <b>wir</b> (dieses wunderbare „wir“ umschließt ja einfach alle, diejenigen, die nicht wissen, was sie mit all ihrem Geld machen sollen und zwei eigene Gärtner für ihre Ländereinen haben, und diejenigen, die Tomaten auf dem Balkon ihrer Zweizimmerwohnung züchten und von Hartz IV leben) haben dann ja auch Zeit genug, uns eine ganz neue Generation von Politikern zu züchten, hochkompetent, hochinteger und bereit, sich in jede politische Bresche zu schmeißen, um die Welt zu retten. Dann entwerfen wir in unserer Freizeit auch noch Wahlkampfkonzepte, mit denen wir diese Politiker unschlagbar in den Wahlen machen, und weil es ja nicht reicht, das nur in Europa zu machen, züchten wir die richtigen amerikanischen und chinesischen Politiker gleich mit.</p>\n<p>Ich muss es leider drastisch sagen: Eine Linke mit einem „starken Flügel“ dieser Art braucht eigentlich nicht mehr zu Wahlen anzutreten, denn sie kann sie sowieso nicht gewinnen. Eine Linke auf diesem Trip hat den Kampf schon verloren, bevor er überhaupt begonnen hat. Sollte sie aber gegen alle Erwartungen und Wahrscheinlichkeiten überraschenderweise doch wieder einmal irgendwo an die Macht kommen, wird sie genauso hilflos sein wie immer in den letzten dreißig Jahren. Sie wird dann sofort die rechtesten der rechten wirtschaftspolitischen Konzepte übernehmen, weil sie außer ihren Träumen ja keinerlei Konzept hat.</p>\n"}]}}]},"allDatoCmsEdition":{"edges":[]},"allDatoCmsSpotlight":{"edges":[]}},"pageContext":{"id":"DatoCmsArticle-9474587-de","edition":"","spotlight":""}},"staticQueryHashes":["1132069882","1534434256","1810303247","2076357383","2564995746","3939919066","4078341254","826177454"]}