{"componentChunkName":"component---src-templates-article-tsx","path":"/von-unbelehrbarkeit-und-bereitschaft-strittige-sachverhalte-ernsthaft-zu-diskutieren-wolfgang-schauble-und-dirk-muller-im-vergleich/","result":{"data":{"allDatoCmsArticle":{"edges":[{"node":{"id":"DatoCmsArticle-9474400-de","slug":"von-unbelehrbarkeit-und-bereitschaft-strittige-sachverhalte-ernsthaft-zu-diskutieren-wolfgang-schauble-und-dirk-muller-im-vergleich","articleType":"Normal","visibility":"Geschlossen","deactivateAudio":null,"authors":[{"id":"DatoCmsAuthor-5697487-de","slug":"heiner-flassbeck","name":"Heiner Flassbeck","description":"<p><strong>Heiner Flassbeck </strong>ist Mitbegr&uuml;nder von MAKROSKOP.<span> Er war Honorarprofessor an der Universit&auml;t Hamburg, Chef-Volkswirt der UNCTAD und Staatssekret&auml;r im BMF. Seine Hauptarbeitsgebiete sind die Globalisierung, die Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung sowie Geld- und W&auml;hrungstheorie.</span></p>","shortDescription":"<p><strong>Heiner Flassbeck </strong>ist Mitbegr&uuml;nder von MAKROSKOP.<span> Er war Honorarprofessor an der Universit&auml;t Hamburg, Chef-Volkswirt der UNCTAD und Staatssekret&auml;r im BMF. 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Zwei Jahre abwärts ohne Hoffnung auf eine Besserung. Das ist sicher Weltrekord. Noch nie in den letzten sechzig Jahren ist eine Krise auf dieser Welt schlechter gemanagt worden als die in Europa. Mit der falschen Diagnose und einer unvorstellbaren Ignoranz gegenüber ökonomischem Wissen und der Erfahrung in makroökonomischer Steuerung hat man sich ans Werk gemacht und nicht nur immensen wirtschaftlichen Schaden angerichtet, sondern mehr europapolitisches Porzellan zerschlagen, als die nächsten Generationen wieder zusammenflicken können.“</p>\n<p>Gestern kann man Schäuble in der Financial Times lesen, der von der Wende zum Positiven in Europa spricht, die dank der Anwendung von „well-established economic principles“ erreicht worden sei. Wieder einmal erzählt er dann die vermeintliche Erfolgsgeschichte Deutschlands unter Rot-Grün, beschwört die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes und die dadurch erreichte Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit. Strukturelle Reformen brauchten einfach Zeit, sagt er, und die Politik brauche die Geduld und die Befähigung, die Sirenengesänge der „quick fixers“ zu ignorieren, die nicht wahr haben wollten, dass die Dinge in drei Jahren zum Besseren gewendet worden seien.</p>\n<p>Das ist stark, war aber genau so zu erwarten, wie auch <a href=\"http://krugman.blogs.nytimes.com/2013/09/17/they-have-made-a-desert-and-called-it-reform/?_r=0\">Paul Krugman</a> sofort zu Recht festgestellt hat. Dass auch nur das geringste Anzeichen von Besserung in der Währungsunion reflexartig die Kritik an den Kritikern auslösen würde, war so sicher wie das Amen in der Kirche. Von einem Erfolg der Austeritätspolitik zu reden, wäre sogar vermessen, wenn es tatsächlich eine Wende in der wirtschaftlichen Entwicklung gäbe. Denn selbst dann müsste man zuerst fragen, wie lange man braucht, um die Zahl der Arbeitsplätze wieder aufzubauen, die man in kurzer Zeit zerschlagen hat. Braucht man zehn oder fünfzehn Jahre oder noch länger? Wenn Wolfgang Schäuble glaubt, er könne aus vorläufigen Berechnungen für ein Quartal ableiten, die Wirtschaft sei auf dem richtigen Wege und ein lang anhaltender Aufschwung sei damit gesichert, ist er hoffnungslos naiv. Wie wir gezeigt haben, sind aber schon die neuesten Werte aus der europäischen Industrie so, dass man von einer Wende überhaupt nicht reden kann. Aber wer wird Wolfgang Schäuble nach der Wiederwahl von Frau Merkel am kommenden Sonntag daran hindern, in einem halben Jahr zu sagen, man müsse eben noch etwas Geduld haben und die „quick fixers“ weiter konsequent abwehren?</p>\n<p>Heftige Kritik gab es von uns auch an Dirk Müller, der in einem Interview mit dem ORF – wie viele andere zuvor – gesagt hatte, die Europäische Währungsunion könne nicht funktionieren, wenn die Länder unterschiedlich stark seien, also große reale Unterschiede in der Wirtschaftskraft aufwiesen. Dirk Müller, ganz anders als Wolfgang Schäuble, bot trotz der harten Kritik sofort an, über die strittigen Punkte zu reden, weil er sagt, Meinung sei nichts ohne Gegenmeinung, und wer selbst kritisiere, müsse auch die Kritik anderer vertragen. Das ist wirklich bemerkenswert und verdient unseren vollen Respekt. Selbstverständlich nehmen wir das Angebot zu einem Dialog an und ich bedaure im Nachhinein, dass ich Dirk Müller nicht schon vor der Veröffentlichung die Möglichkeit gegeben habe, seine Position zeitgleich mit unserer Kritik darzulegen. Aber man erwartet eine solche Offenheit schon gar nicht mehr und tut damit denjenigen Unrecht, die verstanden haben, dass wir nur durch Dialog, durch die offene Auseinandersetzung über sachliche Fragen weiterkommen.</p>\n"}]}}]},"allDatoCmsEdition":{"edges":[]},"allDatoCmsSpotlight":{"edges":[]}},"pageContext":{"id":"DatoCmsArticle-9474400-de","edition":"","spotlight":""}},"staticQueryHashes":["1132069882","1534434256","1810303247","2076357383","2564995746","3939919066","4078341254","826177454"]}