{"componentChunkName":"component---src-templates-article-tsx","path":"/spiegel-online-blatterfall-im-oktober-auf-jahreshoch/","result":{"data":{"allDatoCmsArticle":{"edges":[{"node":{"id":"DatoCmsArticle-9456702-de","slug":"spiegel-online-blatterfall-im-oktober-auf-jahreshoch","articleType":"Normal","visibility":"Geschlossen","deactivateAudio":null,"authors":[{"id":"DatoCmsAuthor-5697487-de","slug":"heiner-flassbeck","name":"Heiner Flassbeck","description":"<p><strong>Heiner Flassbeck </strong>ist Mitbegr&uuml;nder von MAKROSKOP.<span> Er war Honorarprofessor an der Universit&auml;t Hamburg, Chef-Volkswirt der UNCTAD und Staatssekret&auml;r im BMF. Seine Hauptarbeitsgebiete sind die Globalisierung, die Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung sowie Geld- und W&auml;hrungstheorie.</span></p>","shortDescription":"<p><strong>Heiner Flassbeck </strong>ist Mitbegr&uuml;nder von MAKROSKOP.<span> Er war Honorarprofessor an der Universit&auml;t Hamburg, Chef-Volkswirt der UNCTAD und Staatssekret&auml;r im BMF. 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Wenn ja, müssen Sie <a href=\"http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/arbeitsmarkt-zahl-der-arbeitslosen-sinkt-im-oktober-auf-jahrestief-a-930782.html\">Spiegel Online</a> nicht mehr lesen. Die haben nämlich herausgefunden, dass die Zahl der Arbeitslosen im Oktober ein „Jahrestief“ erreicht hat. Das ist genau der Erkenntnisgewinn, den man bekommt, wenn einem im Oktober das Jahreshoch beim Blätterfall mitgeteilt wird.</p>\n<p>Ernsthaft betrachtet ist die Zahl der Arbeitslosen im Oktober leicht gestiegen (nämlich saisonbereinigt um 2.000). Das ist nach dem starken Anstieg von 25.000 im Vormonat eine weiterhin enttäuschende Entwicklung, zeigt sie doch, dass der Anstieg im August und September kein Ausreißer war, der schnell wieder ausgeglichen werden konnte. Allerdings ist die Unterbeschäftigung, die Personen in Maßnahmen der Arbeitsagentur mit erfasst, um 20 000 gesunken. Die Zahl der offenen Stellen blieb unverändert. Daraus ergibt sich insgesamt das Bild einer bis in den Oktober hinein stagnierenden Wirtschaft. Von der von allen Seiten erwarteten Belebung kann keine Rede sein.  Immerhin werden die saisonbereinigten Zahlen von Spiegel Online später im Text kurz erwähnt, was aber den gewünschten positiven Anstrich, den die Überschrift suggeriert, kaum zu relativieren vermag.</p>\n<p><a href=\"http://www.flassbeck-economics.de/wp-content/uploads/2013/10/AL-Unterbesch-Okt-2013.jpg\"><img class=\"aligncenter size-full wp-image-3232\" alt=\"AL Unterbesch Okt 2013\" src=\"http://www.flassbeck-economics.de/wp-content/uploads/2013/10/AL-Unterbesch-Okt-2013.jpg\" width=\"800\" height=\"497\" /></a>Von daher ist das schmückende Beiwerk, mit dem der Spiegel diese Zahlen versieht, wieder reine Ideologie. Der Hinweis, der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sei ähnlich optimistisch wie die Regierung, trägt wirklich nichts zu einer objektiven Analyse und Prognose bei. \"Wir rechnen im kommenden Jahr mit 250.000 neuen Jobs\", sagte DIHK-Chefvolkswirt Alexander Schumann laut Spiegel Online. \"Grund ist die gute Konjunktur.\" Wie der DIHK bei  einer nunmehr zweijährigen Stagnation in der deutschen Industrie von einer guten Konjunktur reden kann, bleibt sein Geheimnis. Wir bleiben bei unserem Urteil, dass die Lage im Herbst 2013 extrem labil ist und jederzeit wieder kippen kann, wenn die Finanzpolitik keinen radikalen Schwenk in Richtung Anregung vollzieht. Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr, sagt der Dichter über den Herbst. Wer jetzt nicht begreift, was Sache ist, wird vielleicht überhaupt keine Häuser mehr bauen.</p>\n<p>Hier noch die <a href=\"http://www.fr-online.de/newsticker/herbstbelebung-auf-dem-arbeitsmarkt-faellt-nur-maessig-aus,11005786,24829302,view,asTicker.html\">dpa-Meldung</a> zum aktuellen Arbeitsmarktbericht der Bundesagentur für Arbeit, zitiert nach der Frankfurter Rundschau:</p>\n<p>Nürnberg – <i>Die Herbstbelebung auf dem deutschen Arbeitsmarkt ist in diesem Jahr nur mäßig ausgefallen. Die Zahl der Arbeitslosen sank im Oktober um etwa 50 000 auf 2,8 Millionen. Das teilte die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mit. Der Arbeitsmarkt befinde sich insgesamt in einer guten Grundverfassung, hieß es bei der BA. Der private Konsum sei derzeit eine starke Stütze der Konjunktur. Gründe hierfür seien das hohe Beschäftigungsniveau, die Steigerung der Reallöhne und die niedrigen Zinsen. (dpa)</i></p>\n<p>Ein Leser schickt uns dazu folgenden Kommentar (vielen Dank dafür!):</p>\n<p><i>Die Reallöhne haben sich ausweislich der Berichterstattung des Statischen Bundesamtes im 1. Quartal 2013 gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal um 0,1 Prozent vermindert, im 2. Quartal haben sie lediglich stagniert. Und bei der Entwicklung des privaten Verbrauchs werden selbst geringste Zuwächse, auch mit tatkräftiger Unterstützung des von der Gesellschaft für Konsumforschung allmonatlich veröffentlichten \"GfK-Konsumklimaindex\", als \"Konsumboom\" oder \"Kaufrausch\" hochgejubelt. Hätten sich seit der Jahrtausendwende auch die übrigen Komponenten des Bruttoinlandsprodukts so miserabel entwickelt wie der private Verbrauch, dann hätten selbst statistische Tricks und statistische Schönfärbereien (so z.B. die massenhafte Umwandlung von einstmals gut bezahlten Vollzeitstellen in häufig schlecht bezahlte Teilzeit- und Minijobs) einen Anstieg der offiziellen Arbeitslosigkeit auf weit über 5 Millionen kaum verhindern können.</i></p>\n"}]}}]},"allDatoCmsEdition":{"edges":[]},"allDatoCmsSpotlight":{"edges":[]}},"pageContext":{"id":"DatoCmsArticle-9456702-de","edition":"","spotlight":""}},"staticQueryHashes":["1132069882","1534434256","1810303247","2076357383","2564995746","3939919066","4078341254","826177454"]}