{"componentChunkName":"component---src-templates-article-tsx","path":"/rechtsruck-in-osterreich-wer-mit-dem-feuer-spielt/","result":{"data":{"allDatoCmsArticle":{"edges":[{"node":{"id":"DatoCmsArticle-9474363-de","slug":"rechtsruck-in-osterreich-wer-mit-dem-feuer-spielt","articleType":"Normal","visibility":"Geschlossen","deactivateAudio":null,"authors":[{"id":"DatoCmsAuthor-5697487-de","slug":"heiner-flassbeck","name":"Heiner Flassbeck","description":"<p><strong>Heiner Flassbeck </strong>ist Mitbegr&uuml;nder von MAKROSKOP.<span> Er war Honorarprofessor an der Universit&auml;t Hamburg, Chef-Volkswirt der UNCTAD und Staatssekret&auml;r im BMF. Seine Hauptarbeitsgebiete sind die Globalisierung, die Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung sowie Geld- und W&auml;hrungstheorie.</span></p>","shortDescription":"<p><strong>Heiner Flassbeck </strong>ist Mitbegr&uuml;nder von MAKROSKOP.<span> Er war Honorarprofessor an der Universit&auml;t Hamburg, Chef-Volkswirt der UNCTAD und Staatssekret&auml;r im BMF. 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Nimmt man die konservative ÖVP hinzu, kommt man auf eine absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen der konservativen Parteien, während die SPÖ immer weiter abbröckelt und schon fast das Niveau der deutschen Sozialdemokraten erreicht hat. Der große Gewinner sind ohne Zweifel die Freidemokraten unter Heinz-Christian Strache, die landesweit auf über 20 Prozent gekommen sind. Das ist die Partei, die unter anderem mit dem unten stehenden Slogan Wahlkampf gemacht hat:</p>\n<p><a href=\"http://www.flassbeck-economics.de/wp-content/uploads/2013/09/FPO-Strache.jpg\"><img class=\"aligncenter size-full wp-image-2855\" alt=\"FPO Strache\" src=\"http://www.flassbeck-economics.de/wp-content/uploads/2013/09/FPO-Strache.jpg\" width=\"838\" height=\"629\" /></a></p>\n<p>Und wieder, wie schon am vergangenen Sonntag, hätten gestern Abend in allen Büros der Sozialdemokraten in ganz Europa die Alarmglocken klingen müssen und der Ton müsste immer schriller werden, damit die Parteien endlich aus ihrem Dornröschenschlaf aufwachen, die als einzige den Siegeszug des Konservativismus - der sich mit Hilfe von europapolitischen Zuspitzungen immer weiter zum rechten Rand hin ausdehnt - aufhalten könnten.</p>\n<p>In Österreich wird wahrscheinlich die große Koalition von SPÖ und ÖVP noch einmal weitermachen, obwohl sie bisher vollkommen unfähig war, die großen Fragen, die wir vergangene Woche <a href=\"http://www.flassbeck-economics.de/abo-preview-oesterreich-und-schweiz-wunderkinder-oder-trittbrettfahrer-teil-iii/\">hier</a> angesprochen haben, anzugehen. Nur solide zu sein und auf geringe Staatsschulden und niedrige Steuern zu achten, reicht einfach nicht. Der Stillstand in der österreichischen Politik ist noch augenfälliger als der in Deutschland, weil das Land scheinbar überhaupt keine Alternative zur großen Koalition mehr hat. Die jetzige Wahl in Österreich zeigt aber auch sehr klar, dass große Koalitionen mit ihrem permanenten Durchgewurstel und der Unfähigkeit auf beiden Seiten, Profil zu gewinnen, die Ränder, insbesondere aber in Zeiten der Eurokrise den rechten Rand, systematisch stärken. In fünf Jahren kann die Rechte stark genug sein, um die nächste große Koalition zu verhindern. Wenn die Krise in Europa sich verschärft, was angesichts der deutschen Konstellation zu erwarten ist, könnte Österreich das erste deutschsprachige Land seit langer Zeit sein, in dem eine durchweg rechte antieuropäische Parteiengruppierung an die Macht kommt.</p>\n<p>Ein Ausweg aus der Sackgasse große Koalition ist für die Sozialdemokraten in Deutschland und in Österreich nur in einer grundlegenden wirtschaftspolitischen Neuorientierung zu finden. Wenn sich die Sozialdemokraten hinter dem ökonomischen Mainstream verstecken und der vermeintlichen „Mitte“ nach dem Mund reden, also nach dem „dritten“ Weg suchen zwischen Neoliberalismus und Keynesianismus, werden sie so lange suchen, bis es sie nicht mehr gibt. So lange die Sozialdemokraten zum Beispiel nicht in der Lage sind, öffentliche Schulden in den Zusammenhang von Sparen und Gesamtverschuldung einer Volkswirtschaft zu stellen, werden sie immer wieder von den Konservativen in die Ecke des „Schuldenmachers“ gestellt  und können nur zu Kreuze kriechen, statt selbstbewusst eine eigenständige Position zu vertreten.</p>\n<p>So lange die Sozialdemokraten, um das derzeit wichtigste Beispiel zu nennen, nicht erkennen wollen, dass die einseitige Exportorientierung in Deutschland und in Österreich in die Irre führt und Europa existenziell bedroht, können sie auch beim Wähler nicht punkten, weil eine Verteidigung der „Export über alles“-Position der Rechten immer sehr viel besser gelingt als den Sozialdemokraten (und den Grünen natürlich). Der Wähler, der neue und zumindest andere Antworten hören will, wird bei den Sozialdemokraten seit vielen Jahren nicht bedient. Mit einer Position, bei der die Beteiligung der Menschen am Produktivitätsfortschritt im Mittelpunkt steht und damit die binnenwirtschaftliche Dynamik, könnte man bei breiten Wählerschichten punkten, doch man muss es können und man muss es sich zutrauen. Dazu werde ich in dieser Woche noch einmal tiefergehend Stellung nehmen.</p>\n"}]}}]},"allDatoCmsEdition":{"edges":[]},"allDatoCmsSpotlight":{"edges":[]}},"pageContext":{"id":"DatoCmsArticle-9474363-de","edition":"","spotlight":""}},"staticQueryHashes":["1132069882","1534434256","1810303247","2076357383","2564995746","3939919066","4078341254","826177454"]}