{"componentChunkName":"component---src-templates-article-tsx","path":"/mr-dax-bleib-bei-deinem-leisten-dirk-muller-irrt-gewaltig-in-der-eurofrage/","result":{"data":{"allDatoCmsArticle":{"edges":[{"node":{"id":"DatoCmsArticle-9474405-de","slug":"mr-dax-bleib-bei-deinem-leisten-dirk-muller-irrt-gewaltig-in-der-eurofrage","articleType":"Normal","visibility":"Geschlossen","deactivateAudio":null,"authors":[{"id":"DatoCmsAuthor-5697487-de","slug":"heiner-flassbeck","name":"Heiner Flassbeck","description":"<p><strong>Heiner Flassbeck </strong>ist Mitbegr&uuml;nder von MAKROSKOP.<span> Er war Honorarprofessor an der Universit&auml;t Hamburg, Chef-Volkswirt der UNCTAD und Staatssekret&auml;r im BMF. Seine Hauptarbeitsgebiete sind die Globalisierung, die Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung sowie Geld- und W&auml;hrungstheorie.</span></p>","shortDescription":"<p><strong>Heiner Flassbeck </strong>ist Mitbegr&uuml;nder von MAKROSKOP.<span> Er war Honorarprofessor an der Universit&auml;t Hamburg, Chef-Volkswirt der UNCTAD und Staatssekret&auml;r im BMF. 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Auch sind wir beide unfreiwillig im SPIEGEL im gleichen Artikel aufgetreten, was zu einer gewissen Solidarität Anlass gab.</p>\n<p>Nun aber engagiert er sich in der Eurokrise auf eine Weise gegen den Euro, die heftigen Widerspruch hervorrufen muss, denn er liegt in der Sache einfach vollkommen falsch. Am klarsten ist das in einem langen <a href=\"http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&amp;v=alwzbiuiHzk\">Interview mit dem ORF</a> zu Tage getreten, auf das ein Leser mich aufmerksam macht. Da verläuft er sich völlig und findet den Ausgang nicht mehr.</p>\n<p>Aber machen wir uns nichts vor, er ist mit seinem Irrtum bei weitem nicht der Einzige. Inzwischen, und <a href=\"http://www.flassbeck-economics.de/in-der-verwirrung-vereint-gruene-wolfgang-muenchau-und-gustav-horn/\">darauf haben wir vor ein paar Tagen hingewiesen</a>, entdecken viele eine Uraltposition gegen den Euro wieder, die darauf hinausläuft zu sagen, unterschiedlich starke Wirtschaften könnten einfach nicht gemeinsam in eine Währungsunion. Es können nicht alle gleich schnell rennen, sagt Dirk Müller. Diese Position war aber schon immer falsch.</p>\n<p>Dass alle gleich schnell rennen, ist eben keine Voraussetzung für das Funktionieren einer Währungsunion. Eine Währungsunion setzt nicht voraus, dass sich die Wirtschaftskraft gleichmäßig entwickelt oder gar etwa gleich groß ist. Der Ausgleich unterschiedlicher Produktivität zwischen Ländern kommt nicht durch nationale Währungen zustande, wie die Vertreter dieser These offenbar glauben (Müller spricht von Gummibändern, die in der Währungsunion fehlen, um für einen Ausgleich der unterschiedlichen Kräfte zu sorgen), sondern durch unterschiedliche Löhne. Nationale Löhne sind die Gummibänder, nicht nationale Währungen. Deswegen dürfen, wie sich Stefan Dudey ausgedrückt hat, die \"Menschen in den einen Ländern ... mehr arbeiten als in den anderen, der Grad an Korruption wie das Renteneintrittsalter und die Höhe der Sozialhilfe können sich unterscheiden, das Ausbildungssystem, das Wirtschaftswachstum, die Produktivität dürfen sich unterschiedlich entwickeln und die Sonne darf im Süden viel scheinen und im Norden wenig.“ Die unterschiedliche Leistungsfähigkeit und -willigkeit muss durch unterschiedliche Löhne ausgeglichen werden. Und das funktioniert eigentlich ganz gut und hat mit dem Währungssystem gar nichts zu tun.</p>\n<p>Was auf keinen Fall funktioniert, ist die systematische Abweichung der Ansprüche (in Form von Lohnerhöhungen vor allem) an das Bruttoinlandsprodukt oder an die Produktivität in jedem einzelnen Land, die sich regelmäßig in nennenswert unterschiedlichen Entwicklungen bei den <a href=\"http://www.flassbeck-economics.de/welche-preissteigerungsrate-ist-wirtschaftspolitisch-relevant/\">Inflationsraten oder synonym bei den Lohnstückkosten</a> zwischen den Mitgliedsstaaten niederschlagen.</p>\n<p>Ich verstehe aber, dass das „unterschiedliche Länder“-Argument gerne verwendet wird, weil es jeder unmittelbar zu verstehen scheint und man sich endlich nicht mehr mit der blöden deutschen Rolle in der Währungsunion auseinandersetzen muss. Es ist trotzdem falsch, wird aber wohl in die Geschichte eingehen als die ultimative Erklärung für das Scheitern der EWU. Das war schon immer so: Die Geschichte akzeptiert nur „Wahrheiten“, die leicht verdaulich sind. Komplexe und schwer verdauliche Wahrheiten sind einfach keine.</p>\n"}]}}]},"allDatoCmsEdition":{"edges":[]},"allDatoCmsSpotlight":{"edges":[]}},"pageContext":{"id":"DatoCmsArticle-9474405-de","edition":"","spotlight":""}},"staticQueryHashes":["1132069882","1534434256","1810303247","2076357383","2564995746","3939919066","4078341254","826177454"]}