{"componentChunkName":"component---src-templates-article-tsx","path":"/jenbacher-tiroler-gegen-deutsche-dunkelflaute/","result":{"data":{"allDatoCmsArticle":{"edges":[{"node":{"id":"DatoCmsArticle-8410472-de","slug":"jenbacher-tiroler-gegen-deutsche-dunkelflaute","articleType":"Normal","visibility":"Geschlossen","deactivateAudio":false,"authors":[{"id":"DatoCmsAuthor-7812825-de","slug":"peter-bodenmann","name":"Peter Bodenmann","description":"<strong>Peter Bodenmann</strong> ist gelernter Anwalt und Notar. Er hat 1971 den Kritischen Oberwallis, eine Bewegung links der SP, mitbegründet. Er war Mitglied im Gemeinderat, Großrat, Nationalrat und Regierungsrat und von 1991 bis 1997 Präsident der SP Schweiz, die 1995 die nationalen Wahlen mit klar linken Positionen gewann. Seit 1999 ist er Hotelier und Publizist im Unruhestand.","shortDescription":"","picture":null,"books":[]}],"title":"Jenbacher Tiroler gegen deutsche Dunkelflaute","smallTitle":"Ökologie","publishDate":"2017-01-26T23:00:13+01:00","editDate":"2017-01-27T16:03:03+01:00","seo":null,"image":{"title":"istock.com/Skystorm","fluid":{"base64":"data:image/jpeg;base64,/9j/4AAQSkZJRgABAQAAAQABAAD/2wCEAAoHBwgHBgoICAgXChUPDhgQEA0RDhENFg4YFxMZGBYVFhUdHysjGh0oKRUWJDUlKC0vMjIyGSI4PTcwPCsxMi8BCgsLDg0OFQ0QEC8cFhwvLy8vLy8vLy8vLy8vLy8vLy8vLy8vLy8vLy8vLy8vLy8vLy8vLy8vLy8vLy8vLy8vL//AABEIABAAGAMBIgACEQEDEQH/xAAXAAEAAwAAAAAAAAAAAAAAAAAGAAQF/8QAHBAAAgICAwAAAAAAAAAAAAAAAQMAAgQhBQYR/8QAFQEBAQAAAAAAAAAAAAAAAAAAAwL/xAAYEQADAQEAAAAAAAAAAAAAAAAAAhMBA//aAAwDAQACEQMRAD8AK1YlBAMTcSVtUCIezsGhaPIr69xwCKxn76DFS6ypCtCSa78Oq8cakg30qKn/2Q==","aspectRatio":1.5412186379928314,"width":2150,"height":1395,"src":"https://www.datocms-assets.com/19658/1611007473-istock-156508681.jpg?auto=format","srcSet":"https://www.datocms-assets.com/19658/1611007473-istock-156508681.jpg?auto=format&dpr=0.1&w=2150 200w,\nhttps://www.datocms-assets.com/19658/1611007473-istock-156508681.jpg?auto=format&dpr=0.19&w=2150 400w,\nhttps://www.datocms-assets.com/19658/1611007473-istock-156508681.jpg?auto=format&dpr=0.38&w=2150 800w,\nhttps://www.datocms-assets.com/19658/1611007473-istock-156508681.jpg?auto=format&dpr=0.56&w=2150 1200w,\nhttps://www.datocms-assets.com/19658/1611007473-istock-156508681.jpg?auto=format&dpr=0.75&w=2150 1600w,\nhttps://www.datocms-assets.com/19658/1611007473-istock-156508681.jpg?auto=format&dpr=1&w=2150 2150w","sizes":"(max-width: 800px) 100vw, 800px"},"customData":{}},"content":[{"__typename":"DatoCmsText","id":"DatoCmsText-8410471-de","text":"<h3>Dunkelflauten sind für Deutschland eigentlich kein Problem. Mit einer Investition von gesamthaft weniger als 30 Milliarden Euro kann Deutschland das Problem der Dunkelflauten beschäftigungswirksam lösen.</h3>\n<p>Dunkelflaute bedeutet: Die Sonne scheint nicht. Der Wind bläst nicht. Die neuen erneuerbaren Energien liefern zu wenig Strom. Und das während Tagen oder Wochen. Immer wieder wird bei Makroskop das Problem länger andauernder Dunkelflauten thematisiert. Vielleicht lohnt es sich, etwas über die Grenzen zu schauen.</p>\n<p>Um Größenordnungen und Probleme vergleichend zu betrachten:</p>\n<ul>\n<li>Deutschland hat 10 Mal mehr Einwohner als die Schweiz.</li>\n<li>Deutschland verbraucht 10 Mal mehr Strom als die Schweiz.</li>\n<li>Das Ziel kann und muss – zumindest aus meiner Sicht – länderübergreifend der schnelle Umstieg auf neue erneuerbare Energien sein. Somit der Ausstieg aus dem fossilen Kapitalismus. Schon wegen der Klimaerwärmung. Es geht um die Dekarbonisierung des gesamten Energieverbrauches.</li>\n<li>Der Verbrauch an elektrischer Energie wird – entgegen der Annahmen vieler – deshalb um absehbar mindestens 50 Prozent zunehmen. Weil wir richtigerweise nächstens mit Elektroautos um die Häuser kurven, die ihrerseits mit Wärmepumpen geheizt und gekühlt werden.</li>\n<li>Den elektrischen Verbrauch und die notwendigen Leistungen im Netz kann man – vorab mit intelligenten Netzen und etwas Batterie-Power – für zwei, drei Tage glätten. Mehr nicht und weniger aber auch nicht.</li>\n</ul>\n<p>Die Schweiz hat – wenn sie denn verspätet auf erneuerbare Energien umsteigt – wenig bis keine Probleme mit Dunkelflauten. Weil die Schweiz – wie Norwegen und Österreich – über viel Wasserkraft samt beachtlichen Stauseekapazitäten verfügt. Umgekehrt hat die Schweiz zu wenig Winterstrom. Anders Deutschland mit seinem hohen Anteil an Windkraftwerken. Diese produzieren Strom vor allem im Winter. So gab es über Weihnachten 2016 – trotz wenig Wintersonne – an einigen Tagen zu viel Strom in deutschen Netz.</p>\n<p>Die Ausgangslage für einen schnellen ökologischen Umbau wird produktionsseitig immer besser:</p>\n<ul>\n<li>In Norwegen werden die Windräder des Projektes Vosen Vind die Kilowattstunde Strom subventionsfrei für weniger etwa 3.5 Cents produzieren.</li>\n<li>Die Chinesen bauen in Abu Dhabi Solarkraftwerke, die die Kilowattstunde für 2.4 Cents liefern.</li>\n<li>Um pro Jahr eine Kilowattstunde Solarstrom zu produzieren, muss man heute weniger als einen 1 Euro investieren, auch für fix und fertig installierte 10 kW-Anlagen.</li>\n<li>Preise von weniger als 6 Cents pro Kilowattstunde werden bereits im wenig sonnigen Grenzgebiet zwischen Dänemark und Deutschland erreicht.</li>\n<li>Selbst Offshore Kraftwerke – deren Produktion neu ausgeschrieben wird – werden künftig Strom für weniger als 6 Cents liefern.</li>\n</ul>\n<p>Wer hätte das vor wenigen Jahren gedacht? Wir können die Früchte des technischen Fortschritts ernten.</p>\n<p>Ironie der Geschichte: Deutschland hat für die ganze Welt Sonnen- und Windenergie konkurrenzfähig gemacht. Fast niemand ist jedoch zwischen Lörrach und Frankfurt an der Oder wirklich stolz auf diese industriepolitische Leistung. Der Gründe: Die deutschen Haushalte und Unternehmen bezahlen dafür einen hohen Preis. Bezogen auf das verfügbare Einkommen besonders  von Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen, ist Strom teuer. Und die Solarzellen und Wechselrichter werden vorab in China produziert.</p>\n<p>Von außen betrachtet müsste Deutschland einen Abschreiber auf die bestehenden Solar- und Windkraftanlagen machen. Mittels Einmalabfindungen zugunsten der heutigen Anlagenbesitzer, die zu hohe Renditen erzielen, um damit die EEG-Umlage zu liquidieren und die zu hohen Strompreise sozialverträglich senken. Etwas höhere deutsche Schulden wären makroökonomisch ohnehin gut und mehr Kaufkraft für die kleinen und mittleren Einkommen wäre noch besser.</p>\n<p>Zurück zum Problem der Dunkelflaute, das viele umtreibt. Vielleicht lässt sich das Problem der Dunkelflauten pragmatisch und effizient lösen:</p>\n<ul>\n<li>In Kiel werden zurzeit 20 in Tirol hergestellte Jenbacher Gasmotoren installiert.</li>\n<li>Jeder dieser „Tiroler“ weist eine elektrische Leistung von rund 5.000 kW auf.</li>\n<li>Mit einem solchen Gas-Motorenkraftwerken kann ein Land wie Deutschland – wenn es das notwendige Gas hat, um jede denkbare Dunkelflaute problemlos zu überstehen – je rund 2‘700 Einwohner samt Gewerbe und Industrie sicher versorgen.</li>\n<li>Für Deutschland bräuchte man 30.000 dezentrale Motorenkraftwerke, die gleichzeitig als Notstromaggregate gegen Blackouts dienen würden. Das senkt als Kollateralnutzen die Zahl der lästigen Stromunterbrüche. Und beseitigt alle möglichen denkbaren Netzengpässe.</li>\n<li>Wenn man Motorenkraftwerke so effizient wie Lastwagen baut, dürfte der Preis pro Jenbacher-Maschinenkraftwerke auf 1 Million Euro sinken. Vielleicht sogar noch darunter. In Hybrid-Autos geht das pro Kilowatt Leistung sogar weit billiger.</li>\n</ul>\n<p>Deutschland hat große Erdgasspeicher, die viertgrößten der Welt. In diesen kann man 240 Milliarden Kilowattstunden Gas bunkern. Das reicht, um trotz steigendem Strombedarf eine 37 Tage dauernde  totale Dunkelflaute zu überbrücken. Von längeren Dunkelflauten können selbst die größten Pessimisten schwerlich ausgehen.</p>\n<p>Mit einer Investition von gesamthaft weniger als 30 Milliarden Euro kann Deutschland das Problem der Dunkelflauten beschäftigungswirksam lösen.</p>\n<p>Vielleicht müsste man die Gasmotoren-Fabriken in Griechenland, Italien oder Spanien aufbauen. Damit die viel zu hohen deutschen Handelsüberschüsse etwas abnehmen, so wie dies Donald Trump zurecht fordert.</p>\n<p>Die wichtigsten Größenordnungen einer solchen Problemlösung in einer ersten Annäherung:</p>\n<p><a href=\"https://makroskop-assets.fra1.digitaloceanspaces.com/wp/web/app/uploads/2017/01/20170127_PB_Abb01_v3.png\"><img class=\"alignnone size-full wp-image-21889\" src=\"https://makroskop-assets.fra1.digitaloceanspaces.com/wp/web/app/uploads/2017/01/20170127_PB_Abb01_v3.png\" alt=\"\" width=\"993\" height=\"613\" /></a></p>\n<p>Die fast totale Sicherheit für Deutschland ist – wenn ich mich nicht verrechne – infrastrukturseitig für einen Aufpreis von 0,3 Cents pro jährlich produzierter Kilowattstunde zu haben. Also für weniger als 5 Prozent  der aktuellen EEG-Umlage. Wer es längerfristig ganz umweltfreundlich machen will, füllt die Gasspeicher – dank Power to Gas-Technologie – mit umgewandelten Überschussstrom aus Solar- und Windkraftwerken.</p>\n<h3>Dazu noch ein paar Fragen und Antworten</h3>\n<h3>Was sind Wärmekraftkoppelungsanlagen?</h3>\n<p>In Deutschland nennt man Wärmekraftkoppelungsanlagen Kraftwärmekoppelungsanlagen. Beides ist das Gleiche. Ob man die bei der Produktion von Strom mittels Gasmotorenkraftwerke anfallende Wärme mitverwerten kann, hängt davon ab, ob entsprechende Verteilnetze vorhanden sind. Alles andere lohnt sich nicht.</p>\n<h3>Warum steigt der Stromverbrauch zwischen 2016 und 2035 im Rahmen dieser Überlegungen um 50 Prozent?</h3>\n<p>Der vollständige Umstieg auf Elektroautos – was äußerst sinnvoll ist – lässt den Verbrauch in Deutschland um etwa 200 Milliarden Kilowattstunden ansteigen. Dazu kommt die Umstellung der Heizungen schwergewichtig auf Wärmepumpen. Das beansprucht, auch wenn deren Effizienz weiter ansteigt, den Verbrauch von weiteren 300 Milliarden Kilowattstunden Strom zusätzlich.  Mindestens Davon abzuziehen sind nicht zu unterschätzende Effizienzgewinne.</p>\n<h3>Deutschland ist kein Sonnenland. Auch Bayern nicht. Zudem wehren sich immer mehr Menschen sich gegen die Verspargelung der eigenen Heimat mit Windkraftwerken. Woher soll der Strom aus neuen, erneuerbaren Energien kommen?</h3>\n<p>Am sinnvollsten wäre – auch politisch – die beschäftigungswirksame Produktion des Stroms im nahen Atlas Gebirge. Hier produzieren die gleichen Solarzellen und die gleichen Windkraftwerk durchschnittlich doppelt so viel Strom wie in Deutschland. Der Transport mittels ober- oder unterirdischer Kabel ist kein Problem mehr.  Alle reden von einem Marshall Plan für Afrika. Selbst der CSU-Minister Müller. Vielleicht wäre es an der Zeit in diese Frage wieder etwas Bewegung hineinzubringen.</p>\n<h3>Verbrauchen Wärmepumpen nicht zu viel Strom?</h3>\n<p>Selbst Luft/Wasserwärmepumpen erreichen heute über das Jahr genommen Jahresarbeitszahlen von mehr als 4. Das heißt: Wer eine Kilowattstunden Strom reinsteckt, kann vier Kilowattstunden Wärme ernten. Neue Luft/Wasserpumpen arbeiten zudem immer leiser. Bosch wird das noch verbessern.</p>\n<p>Die Rechnung: Jensbacher Motorenkraftwerke machen aus 1 Kilowattstunde Gas 0,45 Kilowattstunden Strom. Und diesen 0,45 kann man mittels guter Luft/Wasserwärmepumpen 2 Kilowattstunden Wärme für Heizung und Warmwasser produzieren. Immerhin.</p>\n<h3>Wäre es nicht sinnvoller das Problem mittels Ladeenergiespeicher in der Logik von Professor Heindl zu lösen?</h3>\n<p>Noch steht das Konzept nur auf dem Papier. Professor Heindl rechnet neu mit Kosten von 180 Franken pro gespeicherter Kilowattstunde. Sein Projekt ersetzt Batterien.  Sinn macht das im Kampf gegen Dunkelflauten absehbar nur, wenn man in der nahen Sahara Sonnenstrom produzieren und diesen Strom reguliert nach Europa liefern würde. Leider bewegt sich da im Moment relativ wenig, obwohl heute Strom über weite Distanzen mit geringen Verlusten und zu vernünftigen Preise transportiert werden kann. Und Investitionen in diesen Ländern mehr bewirken würden, als das Führen von Kriegen.</p>\n"}]}}]},"allDatoCmsEdition":{"edges":[]},"allDatoCmsSpotlight":{"edges":[]}},"pageContext":{"id":"DatoCmsArticle-8410472-de","edition":"","spotlight":""}},"staticQueryHashes":["1132069882","1534434256","1810303247","2076357383","2564995746","3939919066","4078341254","826177454"]}