{"componentChunkName":"component---src-templates-article-tsx","path":"/ifo-index-erneut-schwacher-die-deutsche-wirtschaft-tritt-auf-der-stelle/","result":{"data":{"allDatoCmsArticle":{"edges":[{"node":{"id":"DatoCmsArticle-8887258-de","slug":"ifo-index-erneut-schwacher-die-deutsche-wirtschaft-tritt-auf-der-stelle","articleType":"Normal","visibility":"Geschlossen","deactivateAudio":null,"authors":[{"id":"DatoCmsAuthor-5697487-de","slug":"heiner-flassbeck","name":"Heiner Flassbeck","description":"<p><strong>Heiner Flassbeck </strong>ist Mitbegr&uuml;nder von MAKROSKOP.<span> Er war Honorarprofessor an der Universit&auml;t Hamburg, Chef-Volkswirt der UNCTAD und Staatssekret&auml;r im BMF. Seine Hauptarbeitsgebiete sind die Globalisierung, die Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung sowie Geld- und W&auml;hrungstheorie.</span></p>","shortDescription":"<p><strong>Heiner Flassbeck </strong>ist Mitbegr&uuml;nder von MAKROSKOP.<span> Er war Honorarprofessor an der Universit&auml;t Hamburg, Chef-Volkswirt der UNCTAD und Staatssekret&auml;r im BMF. 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Der Mini-Aufschwung, den man in der deutschen Wirtschaft seit dem Herbst vergangenen Jahres beobachten konnte, ist schon wieder zu Ende. Der <a href=\"http://www.cesifo-group.de/de/ifoHome/facts/Survey-Results/Business-Climate/Geschaeftsklima-Archiv/2014/Geschaeftsklima-20140624.html\">ifo-Index</a>, den viele in Deutschland für das wichtigste Stimmungsbarometer halten, ist im Juni zum zweiten Mal in Folge gefallen, nachdem er im März schon einmal gefallen war, und tritt damit praktisch seit Februar diesen Jahres auf der Stelle. Auch europäische Umfragen unter Unternehmen (<a href=\"http://www.ft.com/intl/cms/s/0/bc5d9ea8-faaf-11e3-8993-00144feab7de.html?siteedition=intl\">wie der Bericht der FT über den von Markit</a> ermittelten PMI zeigt) deuten in die gleiche Richtung und malen zudem ein besonders düsteres Bild von der Lage in Frankreich.</p>\n<p>Dass der Präsident des ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, dazu meint: „Die deutsche Wirtschaft befürchtet mögliche Auswirkungen der Krisen in der Ukraine und im Irak“ ist nicht ernst zu nehmen, weil der Index über die Gründe für die Abschwächung einfach nichts aussagt. Alles spricht nach unserer Einschätzung dafür, dass die europäische Konjunktur einfach nicht anspringt. Die Ukraine und der Irak sind weit weg, und ob von den Krisen dort spürbare Effekte auf den Ölpreis ausgehen, ist derzeit vollkommen offen.</p>\n<p>Seit gestern wissen wir immerhin, warum der deutsche Einzelhandel im ersten Quartal relativ gut lief. Wie das <a href=\"https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2014/06/PD14_222_623.html\">Statistische Bundesamt mitteilt</a>, sind die Reallöhne der Arbeitnehmer in dem Quartal immerhin um 1,3 Prozent gestiegen, wozu ein Nominallohnanstieg von 2,6 Prozent beitrug und ein geringer Verbraucherpreisanstieg von nur 1,2 Prozent. Das ist immerhin der erste spürbare Anstieg der Reallöhne seit Mitte 2012. Zwar reicht dieses Tempo, selbst wenn es in diesem Jahr durchgehalten würde, nicht aus, um die Binnenkonjunktur so stark anzuregen, dass Deutschland endlich einmal zur europäischen Lokomotive würde, aber es zeigt, wohin die Reise gehen könnte, wenn es wirklich zu einer Lohnwende in Deutschland käme.</p>\n<p>Bei wesentlich höheren Nominallohnsteigerungen würden nicht nur die deflationäre Gefahr gebannt und die Wettbewerbsverhältnisse in Europa angeglichen, sondern die realen Einkommenszuwächse würden über vermehrte Nachfrage auch die Importe anregen und damit erheblich dazu beitragen, den deutschen Leistungsbilanzüberschuss zu vermindern.</p>\n<p>Alles in allem zeigt sich, dass weder in Deutschland noch in Europa insgesamt eine Wende zum Guten erreicht wurde. Die Politik der von außen aufgezwungenen Austerität hat in den Ländern der Europäischen Währungsunion nicht nur direkt großen politischen und wirtschaftlichen Schaden angerichtet, sie hat auch die Perspektiven auf unbestimmte Zeit verdüstert.</p>\n<p>Wir haben schon <a href=\"http://www.flassbeck-economics.de/mehr-schulden-fuer-reformen/\">am Montag</a> die Medienkampagne beschrieben, die in Deutschland gegen jede Auflockerung des Stabilitätspaktes geführt wird. Wie nicht anders zu erwarten, hat sich jetzt auch der Präsident der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, in <a href=\"http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/waehrungsunion-europa-darf-den-stabilitaetspakt-nicht-aufweichen-1.2012175\">einem Namensbeitrag der SZ</a> in gleicher Weise wie Deutschlands „Leitmedien“ geäußert. Auch er schreibt bedeutungsschwer: „Auf einem Berg von privaten oder öffentlichen Schulden lässt sich kein nachhaltiges Wirtschaftswachstum gründen.“ Wer es so sagt, sagt bewusst die Unwahrheit. Denn er weiß selbstverständlich, dass man in jedem Land entweder private oder öffentliche Schulden braucht, um die Wirtschaft bei hohen privaten Ersparnissen vor dem Absturz zu bewahren. Zu sagen, beides, private und öffentliche Schulden, sei von Übel, kommt der Aussage gleich, es solle kein Land mehr Leistungsbilanzdefizite haben. Das aber geht in Europa nur, wenn Deutschland keine Leistungsbilanzüberschüsse mehr hat. Dann aber braucht Deutschland mehr als jedes andere Land mehr private und/oder öffentliche Schulden.</p>\n<p>Doch die Ideologen arbeiten systematisch mit dem Argument der Schulden, weil sie wissen, dass es in der Bevölkerung eine diffuse Angst vor Schulden gibt. Da sie sich zugleich sicher sein könne, dass es von den Medien und von der Politik keine kritischen Nachfragen gibt, kann man dieses Spiel beliebig oft und beliebig lange fortsetzen. Besonders pikant ist, dass Jens Weidmann wie ein echter Grüner von „nachhaltigem Wachstum“ spricht. Da hat er in der Tat Recht. Wer, wie Deutschland seit Beginn der Agenda-Politik, sein Wirtschaftswachstum darauf gründet, dass andere Länder sich privat und öffentlich jedes Jahr in hohem Maße neu bei uns verschulden, um deutsche Güter zu kaufen, hat kein nachhaltiges Wirtschaftsmodell gefunden, weil die anderen früher oder später überschuldet sind und als Kunden ausfallen.</p>\n"}]}}]},"allDatoCmsEdition":{"edges":[]},"allDatoCmsSpotlight":{"edges":[]}},"pageContext":{"id":"DatoCmsArticle-8887258-de","edition":"","spotlight":""}},"staticQueryHashes":["1132069882","1534434256","1810303247","2076357383","2564995746","3939919066","4078341254","826177454"]}