{"componentChunkName":"component---src-templates-article-tsx","path":"/die-afd-und-gabriels-wissenschaftlicher-beirat-wie-man-aus-einem-non-problem-eine-farce-macht/","result":{"data":{"allDatoCmsArticle":{"edges":[{"node":{"id":"DatoCmsArticle-8887694-de","slug":"die-afd-und-gabriels-wissenschaftlicher-beirat-wie-man-aus-einem-non-problem-eine-farce-macht","articleType":"Normal","visibility":"Geschlossen","deactivateAudio":null,"authors":[{"id":"DatoCmsAuthor-5697487-de","slug":"heiner-flassbeck","name":"Heiner Flassbeck","description":"<p><strong>Heiner Flassbeck </strong>ist Mitbegr&uuml;nder von MAKROSKOP.<span> Er war Honorarprofessor an der Universit&auml;t Hamburg, Chef-Volkswirt der UNCTAD und Staatssekret&auml;r im BMF. Seine Hauptarbeitsgebiete sind die Globalisierung, die Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung sowie Geld- und W&auml;hrungstheorie.</span></p>","shortDescription":"<p><strong>Heiner Flassbeck </strong>ist Mitbegr&uuml;nder von MAKROSKOP.<span> Er war Honorarprofessor an der Universit&auml;t Hamburg, Chef-Volkswirt der UNCTAD und Staatssekret&auml;r im BMF. 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Können Professoren, die der AfD nahestehen oder  sogar Mitglieder der Partei sind, zugleich den Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel beraten, fragt man in der SPD.</p>\n<p>Das ist zunächst schon deswegen grandioser Unsinn, weil auch eine eurokritische Position wissenschaftlich begründet sein kann und deshalb selbstverständlich ins wissenschaftliche Spektrum gehört, ohne dass man zu irgendwelchen Sanktionen zu greifen hätte. Wie schon in dem berühmt-berüchtigten Lanz-Interview deutlich wurde, wird aber in Deutschland mehr und mehr jede Position, die scheinbar europakritisch ist, weil sie die konkreten Verhältnisse in Europa kritisiert, von vorneherein für unstatthaft weil als „uneuropäisch“ angesehen. Diese lächerliche Haltung selbst ist aber viel gefährlicher als eine Kritik an europäischen Verhältnissen, weil sie so tut, als sei alles, was in Europa geschieht, grundsätzlich richtig (oder jeder Kritik entzogen), was natürlich nicht der Fall ist. Genau durch diese Inquisitionshaltung in europäischen Fragen schafft man ein Klima, in dem nationalistische Ideen gedeihen, weil jeder, der zu Recht die Wirtschaftspolitik in Europa kritisiert, in eine rechte Ecke abgedrängt wird.</p>\n<p>Das Ganze ist aber auch deswegen Unsinn, weil der Wissenschaftliche Beirat ein sehr großes und keineswegs vollkommen homogen besetztes Gremium ist, von dessen Mitgliedern man auch nicht im Ernst sagen kann, dass sie den Wirtschaftsminister „beraten“. Dass ein Wirtschaftsminister dieses Gremium persönlich trifft, ist ein sehr seltenes Ereignis und keineswegs mit „Beratung“ zu beschreiben, sondern eher als gegenseitiges Kennenlernen. Ich selbst war einige Jahre lang als junger Beamter des BMWI der Protokollführer des Wissenschaftlichen Beirats und folglich bei allen Sitzungen anwesend. Ich erinnere ich mich nicht, dass der Minister in den drei bis vier Jahren auch nur einmal den Beirat getroffen hätte.</p>\n<p>Zudem ist der Beirat des BMWI in der Vergangenheit nicht mit Stellungnahmen zur europäischen Krise hervorgetreten und das sicher auch, weil nicht der BMWI den Kern der Europapolitik verantwortet, sondern der Bundesminister der Finanzen – und der hat einen eigenen Beirat (der aber auch nicht sonderlich aufgefallen ist). Schließlich muss man sehen, dass diese Beiräte (spätestens seit der Gründung des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zu Mitte der sechziger Jahre) ein Schattendasein führen, weil sie wegen ihrer Größe gar nicht effektiv arbeiten können und auch keinen wissenschaftlichen Stab haben. Welches Mitglied sich an der Ausarbeitung der wenigen Gutachten beteiligt, ist eine vollkommen offene Frage, was auch heißt, dass „Beratung“ selbst in diesem eingeschränkten Sinne gar nicht von allen Mitgliedern erfolgt. Es gibt sicher langjährige Mitglieder, die noch nicht einmal an der konkreten Ausarbeitung eines Gutachtens beteiligt waren.</p>\n<p>So sollte man diese Diskussion schleunigst beenden und sich statt dessen mit sachlichen Fragen intensiv auseinandersetzen. Gerade die SPD hat einen ungeheuren Nachholbedarf in Sachen Kritik an den europäischen Verhältnissen und ihrer eigenen Rolle dabei.</p>\n"}]}}]},"allDatoCmsEdition":{"edges":[]},"allDatoCmsSpotlight":{"edges":[]}},"pageContext":{"id":"DatoCmsArticle-8887694-de","edition":"","spotlight":""}},"staticQueryHashes":["1132069882","1534434256","1810303247","2076357383","2564995746","3939919066","4078341254","826177454"]}