{"componentChunkName":"component---src-templates-article-tsx","path":"/der-lohnabschluss-in-der-metallindustrie-und-die-krise/","result":{"data":{"allDatoCmsArticle":{"edges":[{"node":{"id":"DatoCmsArticle-9474898-de","slug":"der-lohnabschluss-in-der-metallindustrie-und-die-krise","articleType":"Normal","visibility":"Geschlossen","deactivateAudio":null,"authors":[{"id":"DatoCmsAuthor-5697487-de","slug":"heiner-flassbeck","name":"Heiner Flassbeck","description":"<p><strong>Heiner Flassbeck </strong>ist Mitbegr&uuml;nder von MAKROSKOP.<span> Er war Honorarprofessor an der Universit&auml;t Hamburg, Chef-Volkswirt der UNCTAD und Staatssekret&auml;r im BMF. Seine Hauptarbeitsgebiete sind die Globalisierung, die Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung sowie Geld- und W&auml;hrungstheorie.</span></p>","shortDescription":"<p><strong>Heiner Flassbeck </strong>ist Mitbegr&uuml;nder von MAKROSKOP.<span> Er war Honorarprofessor an der Universit&auml;t Hamburg, Chef-Volkswirt der UNCTAD und Staatssekret&auml;r im BMF. 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Vergangenen Dienstag wurde ich dann gebeten, auf einer Kundgebung während eines Warnstreiks der IG Metall in Hannover vor 2000 Metallern zu sprechen, also wenige Stunden, bevor der Abschluss in der Metallindustrie zustande kam.</p>\n<p>Sinngemäß habe ich bei meiner Rede gesagt, der jetzt zu beschließende Lohnzuwachs in der immer noch florierenden und auf gewaltigen Gewinnen sitzenden Metall- und Elektroindustrie sei ohne jede Übertreibung der wichtigste Lohnabschluss in der ganzen Welt. Denn nur dann, wenn es in Deutschland zu einer fundamentalen Wende in der Lohnentwicklung käme, könne man global Hoffnung schöpfen. Deutschland ist ja noch immer stolz auf seine gute wirtschaftliche Entwicklung, und jede Woche steht in allen Medien, wie gut es der deutschen Wirtschaft geht. Viele reden sogar von Vollbeschäftigung. Da müsse man erwarten, dass die kampfkräftigste deutsche Gewerkschaft einen Abschluss schafft, der eindeutig die Umverteilung von unten nach oben beendet und einen Neuanfang für alle Lohnempfänger in Deutschland signalisiert.</p>\n<p>Mit Blick auf die europäische Krise habe ich die von Friederike Spiecker und mir seit längerem aufgestellte Forderung wiederholt, dass ein Abschluss nahe der IG Metall-Forderung von 5,5 Prozent nicht nur für ein Jahr, sondern jedes Jahr für mindestens zehn Jahre durchgesetzt werden müsse, um den anderen Ländern in der Europäischen Währungsunion die Chance zu geben, sich über steigende Exporte aus der Krise herauszuarbeiten.</p>\n<p>Ich darf ohne Übertreibung sagen, dass ich für meine Rede in Hannover sehr viel Beifall erhalten habe. Umso mehr war ich erstaunt, als ich erfuhr, dass die Führung der IG Metall schon in der folgenden Nacht einem Abschluss zustimmte, der weit von der Forderung der IG Metall entfernt ist. Je nachdem wie man (vor allem für die noch nicht abgeschlossenen Monate im Jahr 2015) rechnet, liegt der Abschluss der Metallindustrie in den nächsten beiden Jahren (von Anfang Mai 2013 an gerechnet) leicht unter oder leicht über drei Prozent für zwölf Monate. Man kann also keinesfalls behaupten, dieser Abschluss markiere eine Wende in der deutschen Lohnpolitik. Er liegt klar <i>unter</i> dem gesamtwirtschaftlichen Verteilungsspielraum. Denn der liegt, je nachdem über welche Jahre man den Produktivitätstrend kalkuliert, bei <a href=\"http://www.flassbeck-economics.de/zur-lohnrunde-2013-teil-3/\">mindestens 3,2 und bis zu 3,9 Prozent jährlich</a>, wenn nämlich zugleich das europäische Inflationsziel von knapp 2 Prozent einbezogen wird, was unumgänglich ist.</p>\n<p>Das heißt, die seit Jahren anhaltende Umverteilung setzt sich fort, und das sogar in der besten wirtschaftlichen Situation, die auf absehbare Zeit zu erreichen war und sein wird, denn von nun an wird es wieder schlechter werden. Damit schwindet auch für den Euro die Hoffnung, von Seiten der deutschen Lohnpolitik endlich die entscheidende Entlastung zu erfahren. Bei dem nun zu erwartenden extrem flachen Pfad der deutschen Lohnstückkosten wird die Lohnsenkung in den anderen Ländern unweigerlich in eine europäische Deflation führen und eine Erholung der Wirtschaft in den Krisenländern bei Fortführung der fiskalischen Austerität unmöglich machen.</p>\n<p>Ich werde in einem Beitrag in den nächsten Tage auf die Frage eingehen, warum die deutschen Gewerkschaften so wenig kampffähig sind, aber auch auf die noch wichtigere Frage, warum sie so wenig kampfwillig sind.</p>\n"}]}}]},"allDatoCmsEdition":{"edges":[]},"allDatoCmsSpotlight":{"edges":[]}},"pageContext":{"id":"DatoCmsArticle-9474898-de","edition":"","spotlight":""}},"staticQueryHashes":["1132069882","1534434256","1810303247","2076357383","2564995746","3939919066","4078341254","826177454"]}