{"componentChunkName":"component---src-templates-article-tsx","path":"/bernanke-der-beginn-vom-ende-ist-immer-schwer-diesmal-aber-besonders/","result":{"data":{"allDatoCmsArticle":{"edges":[{"node":{"id":"DatoCmsArticle-9474610-de","slug":"bernanke-der-beginn-vom-ende-ist-immer-schwer-diesmal-aber-besonders","articleType":"Normal","visibility":"Geschlossen","deactivateAudio":null,"authors":[{"id":"DatoCmsAuthor-5697487-de","slug":"heiner-flassbeck","name":"Heiner Flassbeck","description":"<p><strong>Heiner Flassbeck </strong>ist Mitbegr&uuml;nder von MAKROSKOP.<span> Er war Honorarprofessor an der Universit&auml;t Hamburg, Chef-Volkswirt der UNCTAD und Staatssekret&auml;r im BMF. Seine Hauptarbeitsgebiete sind die Globalisierung, die Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung sowie Geld- und W&auml;hrungstheorie.</span></p>","shortDescription":"<p><strong>Heiner Flassbeck </strong>ist Mitbegr&uuml;nder von MAKROSKOP.<span> Er war Honorarprofessor an der Universit&auml;t Hamburg, Chef-Volkswirt der UNCTAD und Staatssekret&auml;r im BMF. 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Die Aktienkurse fielen, die carry trade Währungen und die finanzialisierten Rohstoffe gingen im Gleichschritt mit den Aktien in den Keller. Auch Bonds wurden verkauft, was die Bondpreise mit nach unten zog, weil man erwartet, dass die Preise fallen werden, sobald die Fed aufhört, langlaufende Papiere zu kaufen. Folglich stiegen die Renditen für Staatsanleihen kräftig. Setzt sich an den Finanzmärkten die Überzeugung durch, dass die amerikanische Zentralbank, und sei es erst 2014, den entscheidenden konjunkturellen Schwenk vollzieht, also die Wende zu einer restriktiveren Politik, kann es zu einer dramatischen Gegenreaktion an den Märkten kommen.</p>\n<p>Das zeigt, welches Problem eine extrem expansive Politik in einem Umfeld hat, in dem die Mehrzahl der Akteure seit dem Ende der Rezession nicht an Sachinvestitionen denkt, sondern nur daran, wie die anderen Akteure an den Asset-Märkten die Wende der Zentralbank aufnehmen. Die expansive Politik selbst hat in diesem Umfeld zwar Assetpreisblasen erzeugen können, aber noch immer keinen wirklichen Durchbruch in der Aufwärtsentwicklung der Wirtschaft gebracht. Weltweit hat es sogar Rückschritte gegeben. Das genau ist das Dilemma der amerikanischen Zentralbank. Will sie vorsichtig sein und die Märkte nicht über Nacht mit einer brutalen Wende überraschen, muss sie sehr frühzeitig ankündigen, dass ein Ende der Expansionsstrategie in Sicht ist. Das ist womöglich viel zu früh für die reale Wirtschaft, die auch in den USA vor sich hin dümpelt. Ganz gleich wie vorsichtig sie nämlich ihre Ankündigung formuliert, der erste Hauch der Kälte lässt alle „Investoren“ an den Finanzmärkten zusammenzucken und kann gewaltige Kettenreaktionen auslösen.</p>\n<p>In einer Welt, in der die Preise an den Finanzmärkten global in hohem und zunehmendem Maße von Herdenverhalten bestimmt werden und diese Herden immer schnellere Computer und immer geringere Reaktionszeiten haben, kann man Geldpolitik eigentlich nicht mehr effizient betreiben, wenn man auf diese Märkte Rücksicht nimmt. Die Zentralbanken tendieren dazu, der realen Wirtschaft viel zu früh die falschen Signale zu geben, weil sie eine Überreaktion der Finanzmärkte im Falle eines aus ihrer Sicht wirklich notwendigen, also inflationsbedingten raschen Schwenks fürchten. Ginge es nur um einen einzelnen Aktienmarkt, würde man der Zentralbank die alte Empfehlung geben „nicht einmal ignorieren“. Es geht aber um sehr viele Aktienmärkte zugleich, es geht um die wichtigsten Rohstoffe, es geht um wichtige Währungen und es geht um die Finanzierung der Staaten. Da kann man nachvollziehen, dass die Zentralbanken nicht einfach die Augen vor den Wirkungen verschließen können und wollen, die sie auf all diesen Märkten auslösen.</p>\n<p>Die Folgerung daraus ist einfach: Die Zentralbanken können das Problem nicht allein lösen, die Regierungen müssen handeln, indem sie erstens den Sachinvestitionen in allen Belangen den absoluten Vorrang geben, zweitens den Banken, die staatliche Refinanzierung bekommen, den Besuch der Kasinos verbieten und indem sie drittens  die Finanzmärkte für alle Akteure entschleunigen und sogar irrelevant machen durch Finanztransaktionssteuern und das Verbot des schnellen Handels mit Rohstoffen und Währungen. Der wichtigste Punkt ist aber, dass alle, Zentralbanken, Regierungen und das Publikum beginnen zu verstehen, dass auch die größten Kasinos kein Einkommen generieren und dass Geld alleine niemals erfolgreich arbeitet. Erst wenn der Tanz um das goldene Kalb endet, können die Menschen wieder an die Arbeit gehen und für sich und ihre Kinder vorsorgen.</p>\n"}]}}]},"allDatoCmsEdition":{"edges":[]},"allDatoCmsSpotlight":{"edges":[]}},"pageContext":{"id":"DatoCmsArticle-9474610-de","edition":"","spotlight":""}},"staticQueryHashes":["1132069882","1534434256","1810303247","2076357383","2564995746","3939919066","4078341254","826177454"]}