{"componentChunkName":"component---src-templates-article-tsx","path":"/auftragseingang-auch-im-oktober-2013-ohne-jede-aufwartsbewegung/","result":{"data":{"allDatoCmsArticle":{"edges":[{"node":{"id":"DatoCmsArticle-8887783-de","slug":"auftragseingang-auch-im-oktober-2013-ohne-jede-aufwartsbewegung","articleType":"Normal","visibility":"Geschlossen","deactivateAudio":null,"authors":[{"id":"DatoCmsAuthor-5697487-de","slug":"heiner-flassbeck","name":"Heiner Flassbeck","description":"<p><strong>Heiner Flassbeck </strong>ist Mitbegr&uuml;nder von MAKROSKOP.<span> Er war Honorarprofessor an der Universit&auml;t Hamburg, Chef-Volkswirt der UNCTAD und Staatssekret&auml;r im BMF. Seine Hauptarbeitsgebiete sind die Globalisierung, die Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung sowie Geld- und W&auml;hrungstheorie.</span></p>","shortDescription":"<p><strong>Heiner Flassbeck </strong>ist Mitbegr&uuml;nder von MAKROSKOP.<span> Er war Honorarprofessor an der Universit&auml;t Hamburg, Chef-Volkswirt der UNCTAD und Staatssekret&auml;r im BMF. 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Die Aufträge für die deutsche Industrie haben nach einem Anstieg im September (<a href=\"http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Statistiken/Unternehmen_Und_Private_Hauhalte/Auftragseingang/i442.pdf?__blob=publicationFile\">nach den saisonbereinigten Zahlen der Deutschen Bundesbank</a>) wieder deutlich an Fahrt verloren. Das passt leider nicht ins Bild von der boomenden deutschen Wirtschaft und so wird es, wenn es überhaupt erwähnt wird, schnell gemischt mit positiven Meldungen und Prognosen, damit der Leser nicht merkt, was vor sich geht. Die FAZ platziert es geschickt mit zwei Positivmeldungen, die SZ erwähnt es gar nicht. Eine Google-News-Suche nach „Auftragseingang in Deutschland im Oktober“ ergibt Meldungen des Wall Street Journal Deutschland und u.a. des Trierischen Volksfreundes. Auch die Financial Times bringt es in gebührender Größe, aber sonst Fehlanzeige.</p>\n<p><a href=\"http://www.flassbeck-economics.de/wp-content/uploads/2013/12/Abb-Ae.jpg\"><img class=\"aligncenter size-full wp-image-3706\" alt=\"Abb Ae\" src=\"http://www.flassbeck-economics.de/wp-content/uploads/2013/12/Abb-Ae.jpg\" width=\"800\" height=\"497\" /></a>Besonders bei der Inlandsnachfrage und hier vor allem bei der Nachfrage nach Investitionsgütern sind erhebliche Einbußen zu verzeichnen. Was nur bestätigt, was wir hier seit Monaten sagen: Es gibt keine konjunkturellen Impulse im Inland, die Einkommen der privaten Haushalte stagnieren, und folglich stagniert die gesamte deutsche Wirtschaft, sobald die Nachfrage aus dem Ausland nicht steigt. Der Exportjunkie wartet auf den nächsten Schuss.</p>\n<p>Dass das <a href=\"http://www.bmwi.de/DE/Presse/pressemitteilungen.html\">Bundeswirtschaftsministerium</a> das mit den Worten kommentiert: „Im Trend bleibt die Nachfrage nach industriellen Erzeugnissen aufwärts gerichtet. Dies deutet auf eine fortgesetzt positive Entwicklung der Industriekonjunktur in den kommenden Monaten hin“ ist schon schlimm, aber dass sich die vermeintlich unabhängige Presse so etwas von einer offiziellen Stelle bieten lässt und sogar selbst am Fließband Jubelmeldungen produziert (vgl. beispielsweise <a href=\"http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/konjunktur-bundesbank-prophezeit-kraeftiges-wachstum-fuer-2014-a-937540.html\">Spiegel-Online über eine Prognose der Bundesbank</a>), ist einfach skandalös.</p>\n<p>Diese sogenannten Prognosen – ob von offiziellen Stellen oder von den Forschungsinstituten und dem Sachverständigenrat – sind inzwischen zu einem handfesten Problem geworden. Da praktisch die gesamte Zunft der Jubelfraktion angehört, die ihre eigene geistige Tradition mit allen Mitteln zu verteidigen sucht, haben fast alle Prognosen einen Bias nach oben, wie wir <a href=\"http://www.flassbeck-economics.de/ohne-wendepunkt-in-der-wirtschaftspolitik-kein-wendepunkt-in-der-konjunktur-zur-prognose-der-eu-kommission/\">schon</a> <a href=\"http://www.flassbeck-economics.de/iwf-zwischen-prognose-und-wirklichkeit/\">einige</a> <a href=\"http://www.flassbeck-economics.de/wachstum-in-deutschland-knapp-an-der-rezession-vorbei-ist-zu-wenig/\">Male</a> <a href=\"http://www.flassbeck-economics.de/prognosen-und-andere-irrtumer/\">gezeigt</a> haben. Wem nun in den Medien eine negative Meldung nicht gefällt, der schreibt, wenn er überhaupt darüber schreibt, ans Ende einer solchen Meldung immer sinngemäß: „...aber die Prognose von dem und dem für 2014 zeigt, dass es mit der deutschen Wirtschaft aufwärts geht“. Damit ist natürlich intendiert, dem Volk klar zu machen, dass sich keiner Gedanken machen muss, schon gar nicht über wirtschaftspolitische Änderungen. Diese eindeutig ideologisch gelenkte Vorgehensweise macht es der Wirtschaftspolitik unglaublich leicht, den Status Quo oder ihr Nichtstun zu verteidigen, und die Medien betätigen sich unmittelbar als konformistische Stütze des herrschenden Systems statt als kritische Stimme derer, die selbst über keine Möglichkeiten verfügen, sich unabhängig zu informieren. So können Jahre ins Land gehen, bis die breite Öffentlichkeit merkt, dass die Lage gar nicht so rosig ist wie lange geglaubt, und die Reaktion der Wirtschaftspolitik muss unverhältnismäßig groß ausfallen, weil man nicht früh genug reagiert hat.</p>\n"}]}}]},"allDatoCmsEdition":{"edges":[]},"allDatoCmsSpotlight":{"edges":[]}},"pageContext":{"id":"DatoCmsArticle-8887783-de","edition":"","spotlight":""}},"staticQueryHashes":["1132069882","1534434256","1810303247","2076357383","2564995746","3939919066","4078341254","826177454"]}