{"componentChunkName":"component---src-templates-article-tsx","path":"/aufgelesen-bei-thomas-straubhaar/","result":{"data":{"allDatoCmsArticle":{"edges":[{"node":{"id":"DatoCmsArticle-8887335-de","slug":"aufgelesen-bei-thomas-straubhaar","articleType":"Normal","visibility":"Geschlossen","deactivateAudio":null,"authors":[{"id":"DatoCmsAuthor-5697487-de","slug":"heiner-flassbeck","name":"Heiner Flassbeck","description":"<p><strong>Heiner Flassbeck </strong>ist Mitbegr&uuml;nder von MAKROSKOP.<span> Er war Honorarprofessor an der Universit&auml;t Hamburg, Chef-Volkswirt der UNCTAD und Staatssekret&auml;r im BMF. Seine Hauptarbeitsgebiete sind die Globalisierung, die Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung sowie Geld- und W&auml;hrungstheorie.</span></p>","shortDescription":"<p><strong>Heiner Flassbeck </strong>ist Mitbegr&uuml;nder von MAKROSKOP.<span> Er war Honorarprofessor an der Universit&auml;t Hamburg, Chef-Volkswirt der UNCTAD und Staatssekret&auml;r im BMF. Seine Hauptarbeitsgebiete sind die Globalisierung, die Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung sowie Geld- und W&auml;hrungstheorie.</span></p>","picture":{"fixed":{"base64":"data:image/jpeg;base64,/9j/4AAQSkZJRgABAQAAAQABAAD/2wCEAAoHBwgHBgoOEQgRDRMNDgwKDQ0NDxEOFg0OFxgZGBYVFhUmHysjGh0oHSEWJDUlKC0vMjIyGSI4PTcwPCsxMi8BCgsLDg0JFQ4KEC8dFhwvLy8vLy8vLy8vLy8vLy8vLy8vLy8vLy8vLy8vLy8vLy8vLy8vLy8vLy8vLy8vLy8vL//AABEIABkAFwMBIgACEQEDEQH/xAAYAAACAwAAAAAAAAAAAAAAAAAABAMFBv/EACAQAAEDBAIDAAAAAAAAAAAAAAABAgQDBTFBIYESMzT/xAAWAQEBAQAAAAAAAAAAAAAAAAAAAgH/xAAUEQEAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA/9oADAMBAAIRAxEAPwCdjfN6DUhESgIRpbFGK9drqZKmcuzEVwEV4l02OyAEUS6M45LR1wYsfOjHRNFynz9AUV/mq6rnYCN59vYGsf/Z","aspectRatio":0.94,"width":47,"height":50,"src":"https://www.datocms-assets.com/19658/1597856454-heiner-flassbeck-grey.jpg?auto=format&h=50&w=50","srcSet":"https://www.datocms-assets.com/19658/1597856454-heiner-flassbeck-grey.jpg?auto=format&dpr=1&h=50&w=50 1x,\nhttps://www.datocms-assets.com/19658/1597856454-heiner-flassbeck-grey.jpg?auto=format&dpr=1.5&h=50&w=50 1.5x,\nhttps://www.datocms-assets.com/19658/1597856454-heiner-flassbeck-grey.jpg?auto=format&dpr=2&h=50&w=50 2x,\nhttps://www.datocms-assets.com/19658/1597856454-heiner-flassbeck-grey.jpg?auto=format&dpr=3&h=50&w=50 3x","sizes":null}},"books":[{"title":"Grundlagen einer relevanten Ökonomik","cover":{"fixed":{"aspectRatio":0.7194244604316546,"base64":"data:image/jpeg;base64,/9j/4AAQSkZJRgABAQAAAQABAAD/2wCEAAoHBwgHBgoICAgLFQoVDhIPGRMNDikVFQ8NLiIZGBYTFhUaICsvGikoHRYiJUElKC0vMjIyGSI4PTcwPCsxMi8BCgsLDg0FHBAQHDsoIig7Ozs7Ozs7Oy87Lzs7Ozs7Ly87NS81LzUyNTs7Oy8vOy8vLy81LzUvLy8vLzUvLy8vL//AABEIABgAEQMBIgACEQEDEQH/xAAaAAACAgMAAAAAAAAAAAAAAAAABgMFAQQH/8QAJRAAAQMBBgcAAAAAAAAAAAAAAAECBQMEBhEUQVIHEhMWIjFT/8QAFgEBAQEAAAAAAAAAAAAAAAAAAwUE/8QAIBEAAQIFBQAAAAAAAAAAAAAAAgABAwQRFVEFEhMUYf/aAAwDAQACEQMRAD8Aku9YmyNHHQvLfD5aPVWpoaPDyqlWx4owbph/JHOV1PQrxNQJp2ihhoglKuTuuddF+0CyzLPmZFuD4R2X1QXFvPHR1h8moM0pfiKrRj8Gp6ADJFAe6qUOITSrtVJndkZtQAAXYKPlPK//2Q==","height":139,"sizes":null,"src":"https://www.datocms-assets.com/19658/1777048686-9783864894145.jpg?auto=format&h=150&w=100","srcSet":"https://www.datocms-assets.com/19658/1777048686-9783864894145.jpg?auto=format&dpr=1&h=150&w=100 1x,\nhttps://www.datocms-assets.com/19658/1777048686-9783864894145.jpg?auto=format&dpr=1.5&h=150&w=100 1.5x,\nhttps://www.datocms-assets.com/19658/1777048686-9783864894145.jpg?auto=format&dpr=2&h=150&w=100 2x,\nhttps://www.datocms-assets.com/19658/1777048686-9783864894145.jpg?auto=format&dpr=3&h=150&w=100 3x","tracedSVG":"data:image/svg+xml,%3csvg%20xmlns='http://www.w3.org/2000/svg'%20width='400'%20height='559'%20viewBox='0%200%20400%20559'%20preserveAspectRatio='none'%3e%3cpath%20d='M0%20280v279h401V0H0v280M209%2097c-10%201-10%201-10%2010%200%2012%205%2016%209%208%203-4%203-4%206%201s4%205%2032%204a321%20321%200%200157%201l8-2c7%200%208-2%207-9%200-3-1-5-4-9-5-5-8-5-12-1-3%202-3%202-17%203h-13l-2-3c-3-4-6-4-11-1-4%203-6%203-19%203h-15l-4-3-4-3-8%201m-64%203c-4%203-9%204-13%201-3-3-5-4-8-1h-5c-5-4-8-2-9%207%200%2010%203%2014%209%2011h7c5%202%208%202%2024%201l22%201c4%201%206%201%2012-1%207-2%207-2%209-7%203-7%202-9-8-10h-7l-5%201h-7c-2-1-5-2-8-1-3%200-4%200-6-2-3-4-4-4-7%200m-47%2044l-3%203a15266%2015266%200%20002%20355c4%202%20271%202%20273-1%203-2%203-356%201-358s-271-2-273%201'%20fill='%23d3d3d3'%20fill-rule='evenodd'/%3e%3c/svg%3e","width":100}},"link":"https://westendverlag.de/Grundlagen-einer-relevanten-OEkonomik/1627"}]}],"title":"Aufgelesen ... bei Thomas Straubhaar","smallTitle":"Finanzsystem","publishDate":"2014-05-20T02:00:49+02:00","editDate":"2014-05-20T02:00:49+02:00","seo":null,"image":null,"content":[{"__typename":"DatoCmsText","id":"DatoCmsText-8887334-de","text":"<p>Professor Thomas Straubhaar schreibt <a href=\"http://www.welt.de/wirtschaft/article127929876/Warum-die-Euro-Abwertung-gefaehrlich-waere.html\">in einem Kommentar der WELT</a> zur aktuellen Stärke des Euro gegenüber anderen Währungen und zu vereinzelten Forderungen, den Euro durch Intervention der EZB abzuwerten oder wenigstens eine weitere Aufwertung zu verhindern.</p>\n<p><em>„Eine Abwertung wirkt wie eine Subvention für die Exporteure und wie ein Zoll für die Importeure. Sie verbilligt die eigenen Produkte und verteuert jene der anderen. So kann das Inland im Ausland mehr verkaufen, und es wird im Inland weniger aus dem Ausland gekauft. Beides zusammen hilft den heimischen Firmen zulasten ausländischer Hersteller. Eine Abwertungsstrategie wirkt somit nicht anders als jeder andere Protektionismus. Sie verhindert eine effiziente Arbeitsteilung. Wie alle Zölle nutzt sie einigen wenigen, schadet aber der Wirtschaft insgesamt. Am Ende jedoch hinterlässt sie mehr Verlierer als Gewinner.\"</em></p>\n<p>Wenn Thomas Straubhaar von einer Abwertung des Euro spricht, dann meint er einen Wertverlust an den Devisenmärkten, wo man nach der Abwertung weniger amerikanische Dollars, japanische Yen, türkische Lira oder britische Pfund braucht, um einen Euro zu kaufen. Es handelt sich also vordergründig um eine <em>nominale</em> Abwertung. Zugleich meint er offenbar, dass ein solcher Wertverlust an den Devisenmärkten auch zu einem Gewinn an Wettbewerbsfähigkeit führen würde, also zu dem, was in der ökonomischen Diskussion normalerweise eine <em>reale</em> Abwertung genannt wird. Das ist eine wichtige Konkretisierung. Wenn der Euro nämlich in einer bestimmten Periode nur um soviel nominal gegenüber, sagen wir: dem Yen abwertet, wie es der Inflationsdifferenz zwischen Euroland und Japan entspricht, dann würde sich die Wettbewerbsfähigkeit Eurolands gegenüber Japan gerade nicht verbessern, sondern der reale Wechselkurs bliebe konstant. Denn die nominale Abwertung des Euro würde nur die im Vergleich zu Japan höhere Inflation im Euroland ausgleichen.</p>\n<p>Reale Auf- und Abwertungen kann es also auch geben, wenn der nominale Wechselkurs vollkommen gleich bleibt – oder wenn es gar keinen Wechselkurs zwischen Ländern gibt, weil sie eine Währungsunion bilden und folglich dieselbe Währung haben. Thomas Straubhaars Beschreibung der Wirkung einer Abwertung ist weitgehend zutreffend und gilt natürlich auch für solche realen Abwertungen, die durch relative Lohnstückkostensenkungen zwischen Ländern in einer Währungsunion zustande kommen. Wir können folglich schreiben: „Eine reale Abwertung durch relative Lohnsenkung in einer Währungsunion wirkt wie eine Subvention für die Exporteure und wie ein Zoll für die Importeure. Sie verbilligt die eigenen Produkte und verteuert jene der anderen. So kann das Inland im Ausland mehr verkaufen, und es wird im Inland weniger aus dem Ausland gekauft. Beides zusammen hilft den heimischen Firmen zulasten ausländischer Hersteller. Eine Abwertungsstrategie wirkt somit nicht anders als jeder andere Protektionismus. Sie verhindert eine effiziente Arbeitsteilung. Wie alle Zölle nutzt sie einigen wenigen, schadet aber der Wirtschaft insgesamt. Am Ende jedoch hinterlässt sie mehr Verlierer als Gewinner.\" Danke, lieber Professor Straubhaar, so kurz und bündig kann man die deutsche Strategie der realen Abwertung in der Europäischen Währungsunion als von vorneherein verfehlt charakterisieren.</p>\n<p>Den meisten Ökonomen fehlt allerdings der Mut, diese Parallele zwischen der gegenwärtigen Diskussion um die Aufwertung des Euro einerseits und der realen Abwertung andererseits offen anzusprechen, die sich Deutschland jahrelang gegenüber seinen Währungspartnern verschafft hat. Für den Normalbürger mag es schwer verständlich sein, dass ein Land ohne eigene Währung einen <em>realen Wechselkurs</em> hat, und zwar nicht nur gegenüber Ländern mit anderer Währung, sondern auch gegenüber den Ländern, die die gleiche Währung haben. Für Fachleute ist das jedoch klar. Trotzdem werden auch von ihnen Argumente lieber so verwendet, wie man sie gerade braucht: Sagt jemand, die deutschen Exporterfolge der Vergangenheit hätten mit der realen Abwertung durch die relative Lohnstückkostensenkung zu tun, heißt es sofort, das sei falsch, weil die deutschen Produkte nicht wegen ihres niedrigen Preises gekauft würden, sondern wegen ihrer hohen Qualität. Sagt jemand, die deutschen Löhne müssten steigen, um den anderen Ländern eine Chance im internationalen Handel zu geben, heißt es umgehend, diese reale Aufwertung würde den anderen Ländern nicht helfen, weil die deutschen Produkte ja gar nicht preiselastisch seien, also nicht weniger verkauft würden, selbst wenn sie teurer wären. Das Lohndumping als das zu bezeichnen, was es ist, nämlich eine Strategie der realen Abwertung zu Lasten der Währungspartner und damit eine Form von Protektionismus, liest man so gut wie nie.</p>\n<p>Post Skriptum: Ich bin übrigens wie Thomas Straubhaar, aber anders als Peter Bofinger (den Straubhaar indirekt kritisiert), der Meinung, dass jeder Versuch von Euroland, den Wechselkurs des Euro durch Interventionen der Zentralbank an einer Aufwertung zu hindern, das Potenzial zum Währungskrieg und einem Abwertungswettlauf mit ungeahnten Folgen hätte. Weder die USA noch die großen Entwicklungsländer würden im Falle einer Intervention wie es die Schweiz etwa tut (wo der Frankenkurs beim Höchstkurs von 1,20 Franken zum Euro absolut stabilisiert wird), die Augen zumachen und die Folgen einfach hinnehmen. Die USA haben Japans Abwertung noch hingenommen, eine Abwertung des Euro würden sie angesichts der langen deutschen Überschussgeschichte und der starren deutschen Haltung in Sachen Wirtschaftspolitik nicht ohne Gegenwehr hinnehmen.</p>\n"}]}}]},"allDatoCmsEdition":{"edges":[]},"allDatoCmsSpotlight":{"edges":[]}},"pageContext":{"id":"DatoCmsArticle-8887335-de","edition":"","spotlight":""}},"staticQueryHashes":["1132069882","1534434256","1810303247","2076357383","2564995746","3939919066","4078341254","826177454"]}